Aus dem Inhalt

Abschied von Love
Die Parkbusse
Volkswahl
Obamas Putzfrau
Rentner auf der Strasse
Die Freiheit
Tod durch erhängen
Obama's Putzfrau
Oh Gott, oh Gott . . .


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Die Militär-Akademie

Ein zivilisierter Staat führt solche vom Gesetz legitimierten Institutionen und Bildungsstätten. Das Volk hat sie wortlos anerkannt.

Wirkliche Männer studieren dort das töten und hinterlistiges abschlachten, bis hin zur geheimgehaltenen Massenexekution. Ihr angeeignetes Wissen nutzen sie auf den Schlachtfeldern. Sie verführen naive, ungebildete Soldaten dazu, dem Ruf des Vaterlandes zu folgen um gegen jeden Nachbarn in den Krieg zu ziehen. Auch wenn dieser sich in einem anderen Kontinent befindet.

Dies, obwohl man seit langem am Strand des Feindes Ferien bucht, Verlobte besucht, Einkaufstouren führt, Partnerfirmen teilt, über dieselben Witze lacht oder einfach mit FaceBook verbunden ist.

Die Militär-Akademie hat auch die Sprache des Krieges verfeinert. "Kollateral-Schaden" zum Beispiel klingt wie "Unordnung im Kinderzimmer". Wir naiven, ungebildeten, ohnmächtigen und irregeleiteten Bürger, glauben dies. Und alle anderen Lügen ebenso.

So glaubt der Patriot, dass der Präsident nur in einem Bunker sicher ist. Es braucht einen einzigen Überlebenden, der vom Sieg berichten kann. Wer kann das besser als der Präsident?

Wieso und warum will das jemand werden? Kann man damit ehrlich leben? Gibt es einen der unvergessen ist? Nicht wegen den Schäden, die er hinterlassen hat. Vielmehr einer, den man immer wieder wählen würde. Dahinter findest Du die wahren Antworten.

Übrigens, Pygmäen und Aborigines kennen Militär-Akademien nicht. Auch keine Grenzen. Was man fortschrittlich nennen darf.


2015, eine Vision
Du besuchst die Akademie des Friedens, wo alle die eigene Entwicklung fördern und kultivieren können. Für den Frieden aller, was einfacher ist als das geschilderte Gegenteil. Die Zeit ist reif dafür. Machst Du mit? Frag auch deine Kinder danach.

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Das wirklich gelebte Leben
So ist es. Du stehst auf dem Drahtseil. Es gibt zwei Richtungen. Sich auf dem Weg umdrehen ist heikel. Der Weg vor dir ist lang und unberechenbar. Unter dir findest Du diese wunderschönen Landschaften. Ihre Flüsse und Seen. Hügel und Dörfer. Städte und schneebedeckten Berge. Alle Wunder dieser Welt.

Du kannst bleiben wo Du bist.
Oder Du bewegst dich vorwärts. Beides ist nie falsch. Bleibst Du, kann es langweilig werden, oder Du wächst mit den wechselnden Jahreszeiten und dem Wetter, den Lichtern durch den Tag und wahrend den Nachtzeiten. Mit allem was die Natur dir offenbart. Oder Du betrachtest diese Wunder in deinen Pausen von unterwegs. Langweile wirst Du nicht erleben.

Was immer Du tust,
ist deine Entscheidung. Ob Du krank wirst und früher vom Leben Abschied nimmst, ob Du ein geruhsames oder ein langweiliges Leben führst oder abstürzest. Am Schluss bleibst Du immer die Person, die anderen in Erinnerung bleibt. Als Mensch.

Einzig der Kollaps
unseres traumhaft schönen Planeten, verursacht durch uns alle, kann dir einen Strich durch die Rechnung machen. Es wäre schade um all die Mühen von vorher.

Niemand könnte sich dann an dich und an anderes erinnern.

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Lieber Papst, stellvertretender Gott,

dein oberster Chef hat mir beim beten zugehört. Jetzt bin ich auf dem Weg nach Amerika, was immer mein Traum war.

Nun sitze ich im Terminal, in Los Angeles,
und halte das TIME Magazin in Händen. Verwundert lese ich über Mekka, dem heiligen Ort einer anderen Religion.

Unser Padre Giovanni aus Peru,
hat uns nie davon erzählt. Hätte er das getan, würden wir anderen Religionen mit Respekt begegnen. Er hat mir damit auch die Wahl der Religion verwehrt. Wem kann ich noch glauben?

Wo und wer ist mein Gott?
Dafür haben wir singen und beten gelernt. Geholfen hat das nie. Oft hat er die Hölle erwähnt, wovor wir viel Respekt und noch mehr Angst hatten. Von ihm erwartete ich interessanteres über Gott zu erfahren, etwa wie wir mit Liebe im Lebem alles erreichen können.

Mekka ist auch kein Staat
wie der Vatikan es ist. Dort wohnen nur Menschen, welche die Schule besucht haben und sich die Miete leisten können. Die Hungernden, die Armen und Kranken leben und betteln auf den Strassen. Jene nämlich, um die sich Christus gekümmert hatte.

Nun, mein lieber Papst, Du magst ja ein netter Kumpel sein, ich habe mich jedoch entschieden Abstand zu nehmen von Rom. Nimm es mir nicht übel.

Übrigens, das mit der Hölle
ist eine dieser vielen Unwahrheiten, von der im Vatikan gesprochen wird.

Also dann, ich fliege jetzt weiter nach New York.
Ciao

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Die Feuerpause
Im Konflikt zwischen Ländern dient die Pause dazu, Tote zu begraben, Munition zu beschaffen und Waffen nachzuladen, um für die Fortsetzung des Massakers an unschuldigen Menschen bereit zu sein.

Sie dient auch dafür, dass die Mitarbeiter der Medien und deren Konsumenten ihren Wagen anders parkieren oder auf's Klo gehen können. Auch die müssen mal Pause machen, oder etwa nicht?

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Erinnerung aus der Zukunft
Ein Schatten gleitet leichtluftig über die unberührte, grün-blaue Landschaft. Er bewegt sich so geruhsam wie ein Wanderer auf seinem geliebten Pfad. Sein Flug über die Unebenheiten am Boden, macht den Eindruck als tanze er über die Landschaft. Über dem Wasser verzaubern die kräuselnden Wellen seine Form in ein anmutiges Flimmern. Das Fahrzeug bewegt sich jetzt Richtung Urwald.

Der Kapitän steuert das Schiff mit seinen Gedanken. Mit nichts anderem. Dieses Raumschiff dessen Schatten über die Landschaft eines uns unbekannten Planeten gleitet, hat einen Durchmesser von fünf Meilen. Sein Rahmen ist aus dunklen Material gebaut. Dieser schluckt das Licht und macht seinen Schatten zum dunklen Begleiter der fliegenden Plattform. Sein Boden ist aus Glas gestaltet. Vollständig durchsichtig. Will man die Landschaft näher betrachten, denkt man sich das einfach so aus und schon ist deren Vergrösserung durch den Glasboden sichtbar. Für den Bewohner aus einer rückständigen Zeit, wie dem Atomzeitalter, braucht dies eine Angewöhnungszeit.

Die Menschen, welche zusteigen, begrüssen sich mit freundlichem Lachen. Da ist kein Laut zu hören. Alle verständigen sich mittels Gedanken. Mit einer Sprache, welche sich nicht aus Worten und Sätze zusammen setzt. Vielmehr sind es Bilder, solche die unvergleichbar sind mit jenen aus Frühzeiten der Menschheit. Ein einziges Bild beinhaltet mehrere Sätze oder oft eine ganze Geschichte. Diese Bilder werden im Gespräch ständig von nachfolgenden Bildern abgelöst. Wenn Menschen hier zusammen sind, gleicht es einem Treffen in einer Kunstgalerie. Diese Sprache darf man als individuelle Kunstwerke betrachten, die der Charakteristik einer Künstlerhandschrift entspricht. Die Darstellung der Bilder übertrifft jede menschliche Fantasie.

Diese Art des Austausches kennt keine Langeweile. Sprechen in Bildern ist eine Kunstform und alle hier sind Gestalter. Zu erwähnen ist, dass man sich hier nie über Geschehenes, oder Vergangenes unterhält. Man kreiert aus Freude andauernd neues. So ist alles unberührt und so erfrischend neu. Small Talk oder Klatsch entsteht so nie.

Der Kapitän wandert auf der gläsernen Plattform umher und beobachtet die Route seines Fahrzeugs. Eine Kommandozentrale gibt es nicht, weil der Begriff "Kontrolle" nicht verstanden wird. Zwischendurch schaut er zu seinen Passagieren und tauscht Bilder mit ihnen aus. Was immer gute Laune kreiert.

Der Mitreisende, ein geladener Gast aus der Frühzeit, fragt den Kapitän nach etwas essbarem, was Erstaunen auslöst. Erst nach intensiver und bildhafter Beschreibung mit Hilfe der Arme und Hände wird sein Wunsch verstanden. Enttäuscht wendet der sich ab, weil sein Appetit nicht gestillt werden kann. Deshalb denkt er an eine Rückkehr in seine bequeme Frühzeit.

Ein Blick auf die Menschen jedoch ändert seine Idee. Etwas hält ihn hier gefangen. Seine Erlebnisse auf dieser Reise haben ihn mit Friede und Gelassenheit erfüllt, was er sich seit langem schon sehnlichst herbei gewünscht hatte.

Soll er zurück in das Atomzeitalter, wo man immer alles haben kann? Wo man alles mühsam und mit unberechenbaren Schäden an allem und allen erkaufen muss. Wo weder Friede noch Harmonie herrscht. Wo Menschen sich nicht vertrauen und sich auch nicht beistehen?

Dies hier ist doch erstrebenswert, wenn es auch mit dem Verlust der eigenen, unbeholfenen und verarmten Sprache verbunden ist und wo man sogar die Vergangenheit unbeachtet lässt. Und wie er selber erfährt, wo Menschlichkeit mit Sicherheit von Herzen kommt.

Ja, das will er. Er bleibt. Keine Rückkehr im Sinn.

Gut gemacht.

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Die Sekte
Ein Trostpflaster. Es hält solange der Kleber aktiv ist.

Grillieren
Die Sonne brennt wie Holzkohle, die Würste schwitzen, Hunde bellen, Kinder schreien wie am Spiess, Moskitos spielen Kamikaze, Schweiss rollt über die Bäuche, rauchig schmeckt die Luft, die Mägen knurren, das Bier wartet kühl und geil, kein Papier auf dem Klo, die Spülung blockiert, alles ist voller Fliegen, der Duft unerträglich, das Wasser abgestellt, die Handtücher gestohlen, dein Nachbar flucht schon wieder ohne Grund, - das wird ein toller Grill Tag.

Dem Montag stehen die Haare zu Berg.

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Aus der Geschichte der Menschheit

Als Höhlenbewohner mussten wir teilen und tauschen um überleben zu können. Alle assen verbranntes Fleisch und trugen die gleichen fettigen Kleider. Die Bastler stellten Speere und Schneidewerkzeuge her. Die Jäger sorgten für die Lebensgemeinschaft. Die Frauen machten was die Männer von ihnen verlangten. Dicht am Lagerfeuer sassen die Führer und frassen was sie konnten. Wir mussten hinten sitzen, frieren und auf die Zähne beissen. So haben wir gelernt gerecht zu teilen.


Später haben die Menschen Zelte gebaut, die Jagd verfeinert und das Kochen verbessert. Die Kleider sassen etwas enger, die Führer trugen Hörner oder Federn auf dem Kopf. Sie sassen immer noch am Lagerfeuer und frassen was sie konnten. Die Frauen machten immer noch was die Männer von ihnen verlangten. Es gab immer noch kein Fernsehen. Wir sassen immer noch frierend im Dunkeln und haben auf die Zähne gebissen. Teilen macht halt Spass.


Heute benehmen wir uns immer noch wie zu den Frühzeiten. Alles ist gleich geblieben. Anstatt Felle tragen wir Designer Klamotten und machen Kreuzworträtsel. Wir essen im Kult Restaurant, wir haben die Arroganz kultiviert und die Frauen müssen immer noch tun was Männer von ihnen wollen. Nur ihr Zahltag hat sich verbessert. Alle die aus dem Krieg nach Hause kommen, müssen immer noch im Dunkeln sitzen. Dafür haben sie Heizung, Fernsehen, Mobile Phones und Internet bekommen. Jetzt schweigen sie endlich. Wir haben tatsächlich Fortschritte gemacht. Teilen bringt uns eben weiter.

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Es muss mehr geben im Leben. Richtig?
Es kann nicht sein, dass die Schöpfung derart banal ist.

Das Universum ist doch grenzenlos
Und trotzdem kommen wir nicht weiter als zum Kühlschrank.

Lieber hegen wir Furcht und hätscheln die Unsicherheit
Wir tändeln mit der Langeweile und liebkosen die Ignoranz.

Das lehrten uns die Eltern
Der Lehrer und die Kirche ebenfalls. So läuft das eben. Dafür gibt es Lohn. Den haben wir verdient.

Damit kaufen wir dreissig Tage Glück
Sex, Drogen und Fun. Ohne denken zu müssen. Der nächste Zahltag kommt bestimmt. Für das gleiche Stück Glück. Stück für Stück. Ohne Ende.

Ich aber will mehr
Ich will die Unendlichkeit ergründen. Ich will die Erfahrung aller Erfahrungen erfahren. Ich will ohne Ende die Endlosigkeit leben.

Hallo, ist noch jemand da?

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Kommst Du am Ende des Universums an,
hast Du mit Sicherheit dein Leben verpasst.

Erkennst Du jedoch die verborgene Tür,
meldet sich auch dein Leben zurück.

Gehst Du von dort in die Weite hinaus,
triffst Du zum ersten mal auf die Endlosigkeit.

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Das Titelbild eines Modeblattes
ist für dich undenkbar.
Das hast Du mir selber gesagt.

Dafür hast Du den Platz in meinem Herzen besetzt
Das war meine Antwort an dich.

Übrigens das Titelbild
ist im Abfall gelandet. Recycelt und vergessen.

Ein neues wartet im Kiosk
für ein kurzes Stelldichein in dieser banalen Welt.

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Aus der Geschichte

Die Feldherren aus früheren Zeiten
haben ihre Truppen selber angeführt. Beritten, bereit für die Schlacht und mit dem Schwert zu kämpfen.

2014 sitzen die Feldherren im Bunker
vor dem Fernseher und lassen sich die Videos von der Schlacht per Drohne zuspielen. Verlieren sie die Schlacht, reissen sie aus.

Wo sind die Feiglinge?
Die Führer welche einiges abkriegen und ihr Leben lassen? Oder sind es die Führer von 2014, die zuschauen, wie ihre Kinder auf dem Schlachtfeld verbraten werden?

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BUSINESS AS USUAL
Kann ich an ihren Tisch sitzen?
frage ich den Herrn im Starbucks Café. Klar, nehmen sie Platz. Ich setze mich hin und stelle meinen Café ab. Der Sitznachbar wählt grad eine Nummer auf seinem Mobiltelefon.
So etwa 99.99 US Dollar schätze ich
Billig und laut. "Alcatraz, seine Tätowierung am Hals passt dazu. Er blättert durch einen Stapel zerknitterter Papiere. Sie sind übersäht mit fettigen Flecken und am Rand eingerissen.

Business_as_usual.jpgEine Kuh muss sie gekaut haben
Seine offene Nylon Mappe steht unter dem Tisch. Gefüllt mit weiteren Papieren. Er beendet grad seinen Anruf, "Also, ich rufe nächste Woche an". Dann schaut er hinüber zum Nachbar.
Da sitzt er, sein Kollege
Der muss die gleiche Kuh kennen. Sie hat auch seine
Papiere durchgesehen.
Es sind wahre Kunstwerke
Randvoll mit Lettern bekritzelt. Weisser Raum findet man nur in wenigen Vokalen. Alles andere überlappt sich.
Wer sind sie?
Mein Gegenüber könnte ein Boxpromoter sein. Schwarze, pomadisierte Haare, nach hinten gekämmt. Tätowierung am Nacken, Grau-grüne Zähne, viel Schwarz unter den Fingernägeln. Offenes Hemd über den Jeans.
Die Schuhe?
Eine Beleidigung für die Schuhwelt. Die Socken sind noch in der Wäscherei.
Sein Kollege am anderen Tisch?
Müsste ein Boxer sein. Etwas vergilbt, also ein ehemaliger. Sein grauer Trainingsanzug ist eine Nummer zu gross. Wahrscheinlich waren es auch seine Gegner.
Also kein Champion
Beide sind auch nicht erfolgreich. Sie rufen immer zur falschen Zeit an. Das sind ihre eigenen Worte, "Also dann, nächste Woche" und "Kann er mir zurückrufen" oder etwa so, "In den Ferien?, aber auch "Ah, beim Lunch" oder so, Was, nicht mehr in der Firma?", wie auch so, "Wann ist er wieder erreichbar?" Und viel ähnliches.
Sie haben kein zuhause,
keine Firma, kein Büro, keine Kunden und keinen Verdienst. Starbucks ist ihre Welt. Tagsüber, nachts schmieden sie ihre Business Pläne im Obdachlosenheim.


Das ist Amerika
Man lässt jeden leben wie es ihm gefällt. Passieren kann ja nichts. Die Welt ist ja schon längst bankrott.

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EU
Spielcasino in Brüssel, wo nur Verlierer gewinnen.

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Bewusstsein
Ein Begriff der aus dem Lexikon gestrichen wurde. Es ist mit Fernsehen ersetzt worden.

Der nächste bitte
Der Unbekannte erschien nach Arbeitsschluss. Der Arzt war gerade am Lichter löschen, als er das Geräusch vernahm. Er blickt zur Tür und erkennt im Halbdunkel den Mann im schwarzen Anzug. Gross, schlank, mit einem Lächeln über das Gesicht.

"Ich hab was für sie"
sagt er. "Ein Wunderheilmittel". Der Arzt lacht, winkt ab und antwortet, "Kennen wir alles schon, verkaufen Sie es dem lieben Gott".

"Ihre autoimmune Erkrankung
ist unheilbar. Nichts hilft mehr, sie wissen es", sagt der Unbekannte. "Ich weiss, ich weiss", meint der Arzt mit zittriger Stimme. Er streckt die Hand aus, "Dann geben Sie mir halt das Medikament".

"Es heilt alles
und für immer", bemerkt der Besucher. Der Arzt, mit einer Spur Hoffnung, "Meinen Sie das im Ernst?".

Er sucht nach der Packungsbeilage
"Keine da", sagt der Unbekannte. "Das lesen dauert länger als die Heilung stattfindet".

Der Arzt greift sich die Kapsel
und schluckt sie. Glücklich springt er in die Luft. "Einmalig, Wahnsinn". Er tastet sich ungläubig ab und ruft,

"Ein Wunder, ein Wunder"
Der Mann im schwarzen Anzug lächelt und gibt ihm die Medizin, "Heile damit alle deine Patienten, die Medizin reicht in alle Ewigkeit", dann verschwindet er im Dunkel des Abends.

Am nächten Tag
der Warteraum ist überfüllt. Alle hoffen auf ein Wunder. Wie immer.

"Der nächste bitte"
Der Arzt begrüsst den ersten Patienten und fragt, "Was bringt Sie in meine Praxis?" Er blickt ihm in die Augen und meint, "Wir nehmen jetzt eine Blutprobe, machen ein Röntgenbild und senden Sie zum Spezialisten. Dann sehen wir weiter".

"Was war das für ein Geräusch?
fragt der Patient. Der Arzt blickt verlegen weg. "Hier ist es wieder. Ein Seufzen?" Der Arzt schaut verlegen auf das Wundermittel. Mit Scham erkennt er die Quelle des Seufzers und meint, "Ach das muss wohl von draussen kommen". Der Patient nickt und zeigt ihm die Zunge. Nicht aus Verachtung, was viele angenommen haben. Vielmehr um zu prüfen ob sie krank aussieht.

Das war ein ertragsreicher Tag
Der selbstlose und für immer geheilte Arzt fährt müde nach Hause. Auf dem Beifahrersitz die Abrechnung des heutigen Tages.

"Es hat sich wieder gelohnt",
denkt er, "bald ist mein Boot bezahlt".

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Alles Gratis!
Gratis Zeitung! Gratis Zeitung! ruft der Narr am Bahnhof.
Passanten eilen an ihm vorbei, zur Arbeit oder nach Hause.

Der Narr ruft und lacht spitzbübisch,
"Alle Lügen auf einen Blick".
Er schwingt seine Hüfte und dreht sich im Kreis. Er winkt mit der Zeitung und ruft,

"Alles Gratis. Ohne Schmerzen".

Die Passanten bleiben stehen. Diejenigen, welche zur Arbeit wollten und die anderen, die nach Hause eilten. Es bildet sich ein Kreis und alle rufen im Chor,
"Alle Lügen auf einen Blick und immer schön in roter Farbe".

Der Kreis wird grösser, das rufen lauter,
"Immer Gratis. Ohne Schmerzen",
seine Bewunderer singen jetzt im Refrain,
"Immer Gratis. Ohne Schmerzen". Alle Lügen aufgedeckt.

Am nächsten Tag ist der Narr verschwunden.

Ein Neuer bietet die Gratis Zeitung an. Seine heutige Schlagzeile, "Der Narr wird zum Präsidenten des Landes gewählt.

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David Copperfield
hat sich mit einem neuen Trick in Luft aufgelöst.
Vergebens wartete das Publikum auf sein wieder erscheinen.
Heute ist er als vermisst gemeldet.

In Jaipur, im Staat von Rajasthan, ist ein Bettler aufgetaucht, der jedes mal ein Kaninchen aus seinem Ärmel zieht, wenn ein Kind ihm ein Almosen in den Hut legt.

Und aus dem Nichts hört er immer wieder dieselbe Stimme, "Ich hatte dich gewarnt, den Trick auszuführen, aber hast nicht auf mich gehört. Damit hast Du alle deine Wünsche verbraucht. Nutze die Chance und mach dich wieder zum Zauberkünstler".

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Amerika und seine innere Sicherheit
In Amerika weiss jeder, dein Kind fährt aus Sicherheitsgründen mit dem Schulbus zur Schule.

In Amerika weiss niemand, in welcher Schule ein pädophiler Lehrer auf dein Kind wartet.

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In einem Selbstgespräch
geriet ein Mann in einen Streit, weil er zwei unterschiedliche Meinungen vertrat. Es kam zum Handgemenge. Kurz darauf verlor er die Kontrolle darüber und griff zum Revolver. Ein Schuss löste sich und traf ihn tödlich. Jetzt sitzt er Lebenslänglich.

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Kreuzworträtsel
Ein Marketinginstrument, welches die Kugelschreiberindustrie am Leben erhält. Es hilft der Langeweile zu entfliehen. Andere meinen, man wolle damit der Kirche ihre Schäfchen abwimmeln. Jetzt beweist ein neues Gerücht, dass die Wollindustrie dahinter steckt. Mann will diesen Schäfchen an die Wolle um damit billige Pullover zu produzieren, obwohl wir dringend Badehosen, Sandalen und Sonnenschirme brauchen, damit wir für die globale Erwärmung bereit sind.

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Dummheit
Herkunft unbekannt. Macht sich heimlich im Menschen breit. Einmal aktiviert, agiert sie mit unberechenbarer Dummheit.

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Pensionierung
Ein Zustand der endgültig verhindert, den Sinn des Lebens doch noch finden zu können.

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Die Rente
Der letzte Bonus. Mehr gibt es schon lange nicht mehr.

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Krieg
Eine heldenmütige Angelegenheit, wo Väter ihre Söhne in den Krieg schicken und nach deren Rückkehr deren Mütter das letzte Mass nehmen, damit die Särge so passen wie die Uniformen. Sonntags treffen sich auf dem Friedhof die Hinterbliebenen und tauschen gemeinsam ihre Traurigkeiten aus. Kriege bringen Menschen zusammen.

Bewusst Los

Du liegst im Bett
und starrst zur Decke.

Stille weit herum.

Da ist kein Tag

Keine Zeit,
kein Gelächter,
kein Tod.

Stille

Kein Reiz,
kein Schmerz,
kein Gefühl.

Nichts

Regungslos der Wind,
die Düfte eingestellt,
alles ist bewegungslos.

Stille ringsum

Die Sinne unbewegt,
der Spürsinn unberührt.
Keine Erinnerung.

Kein Ton,
keine Schwere,
kein Schmerz.

Du atmest in die Leere.
Du horchst.
Da ist kein warum.

Nichts

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Die Denkfabrik
Eine geniale Idee, entstanden aus einem menschlichen Denkfehler.

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Der Taxifahrer
Er fragt mich nach dem Namen des Hundes, den ich mit mir führe. "Tucker", sage ich, "ein CockerPoo".

Er hält an der Ampel und wendet sich mir zu, "Ich füttere dieses elternlose Katzenbaby" meint er und beginnt mir diese Geschichte zu erzählen, wo er Futter von der Abfalltonne sammelt und es jeden Morgen mit sich bringt. "Sie muss ja essen, nicht wahr?". Es wird Grün und er fährt weiter, "Was du Anderen Gutes tust, kommt irgendwann zu dir zurück", sagt er mir mit ernster Stimme.

"Dieser verdammter Drecksack"
schreit er plötzlich und drückt das Gaspedal. Er folgt einem Wagen bis er auf dessen Höhe fährt und schaut hinüber zum Fahrer. Laut meint er, "Einwanderer, dumm, blöd und kann nicht autofahren". Er will ihn blockieren, lässt dann ab davon. Wir sind am Ziel angekommen.

Ich gebe ihm da Fahrgeld und mehr Tip als üblich.

"Oh, vielen Dank" lacht er überrascht. "Sie sind ein Gentleman".

"Gerne geschehen, das ist für den weisen Ratschlag", "Was Du Anderen Gutes tust kommt irgendwann zu dir zurück".

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Globalisierung des Abfalls
Ein Fisch im indischen Ozean hat sich am Deckel einer Konservenbüchse verletzt. "Dumme Arschlöcher", denkt er und schwimmt mit hinkender Flosse davon.

In guter Gesellschaft
Jeden morgen,
fünf mal die Woche, verlässt Du deine Wohnung
und gehst hinaus in die weite Welt.

Ziemlich unfröhlich,
ja beinahe ohnmächtig, aber ganz automatisch, führen dich deine Beine in dieses Haus, wo andere auch hingeführt werden.

Einmal da,
machen alle was gemacht werden muss. Was das genau
ist, weiss niemand wirklich. Mehr noch, man weiss
auch nicht wofür man das macht und für wen. Hauptsache
man wird dafür bezahlt.

Dein Chef
hat gesagt, dass Du dies und das machen musst. Der Chef von deinem Chef hat es deinem Chef gesagt. Der Chef vom Chef der der Chef von deinem Chef ist, der hat das auch gesagt. Darum machen es alle so, oder.

Den Chef
ärgern soll man nicht, Du weisst das auch. Denn sein Chef wird rot im Gesicht weil er weiss dass sein Chef zu brüllen anfängt, weil der auch weiss, dass sein Chef aus Wut Dinge herum schmeisst.

Alle die Chef
sind, sind halt so. Nur der oberste Chef nicht. Der weiss gar nie was los ist. Er zählt nur das Geld. Der sagt halt immer, nur Geld zählt. Darum ist er der oberste Chef.

Dein Chef
und sein Chef und der Chef von seinem Chef wissen auch nicht viel. Sie glauben der oberste Chef muss grausam sein, weil er ganz oben sitzt. So stellen sie sich das vor. Darum spielen sie dieses grausame Spiel mit.

Das ist dein Trost:
Ein Chef weiss ebenso wenig was er wirklich tut und warum und für wen. Er macht ja nur was sein Chef befohlen hat. Auch er kommt in dieses Haus, unfröhlich und ohnmächtig wie Du. Hauptsache er wird dafür bezahlt.

Dann, am Samstag und Sonntag bist Du wieder fröhlich und frei. Endlich Warenhaus, endlich Boutique, endlich Supermarkt, wohin Du schaust, alles ruft dir zu, "Kauf mich, jetzt, solange ich frisch bin". Glückselig greifst Du nach allem. Der oberste Chef freut sich und fährt fort, das Geld zu zählen.

Montag morgen,
bitte nach oben, an den Anfang zurück und nochmals von vorne beginnen . . .

Es sei denn
dass Du der oberste Chef geworden bist und an deinen Wochenenden Geld zählst.

Wie es dann weiter geht, weisst Du ja jetzt.


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Basejumper
Sportler, die vom Berg springen um auf einem Felsen zu landen. Ganz wenigen gelingt dies auf anhieb.

Bingo


Ein Spiel für arme und vergessene Rentenbezüger. Die treffen sich wöchentlich und spielen das grosse Glück. Sie kaufen mit Zahlen bedruckte Spielkarten. Ein Conférencier zieht per Zufall Kugeln mit aufgedruckten Zahlen aus einer Trommel. Er ruft diese Zahlen aus, woraufhin die Teilnehmer sie auf ihre Spielkarten markieren - falls sich die mit ihren eigenen Zahlen decken. Hat der erste Teilnehmer alle Zahlen auf seinem Los markiert, ruft er laut und deutlich "Bingo!". Das ist der Moment, wo eine gewaltige Glückswelle durch seinen Körper rast, was mindestens eine zehntel Sekunde dauert. Dann ist alles vorbei. Am nächsten Wochenende steht er wieder für seine Spielkarte an. So sieht die Schönheit des armseligen und einsamen alterns aus.

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Die Begegnung
Wenn ich hier in der Stadt Ibrahim Daoud den Vortritt lasse,
der Bettlerin an der Ecke meine Einkäufe schenke,
den pensionierten Ljubomir über die Kreuzung führe,
dann ist meine Welt in Ordnung

Wenn ich die schlechten Nachrichten höre,
die Streitigkeiten in der Nachbarschaft verfolge,
wenn ich die Unsicherheit der Einwanderer spüre
und die Einsamkeit meiner eigenen Landsleute,

Wenn ich den Kindern zuschaue, den fremden und den eigenen,
dann frage ich mich, was uns fehlt und was notwendig ist,
um gemeinsam auf einer Parkbank zu sitzen und versuchen,
mit unterschiedlichen Sprachen einander näher zu kommen.

Jedes Herz kann das übersetzen
Es ist vertraut mit deinem Schmerz und der scheuen Freude,
deiner Unsicherheit und deinem verstecktem Optimismus.

Kannst Du einen Versuch wagen?
Am nächsten Sonntag, nach dem Mittagessen?

Vielleicht machen wir Geschichte

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Die Nummer 10

Die Sonne brennt unbarmherzig auf den jungen Mann.

Es ist Ali. Er trägt ein verschwitztes Tricot mit der 10 und den Namen Messi. Es klebt auf seiner Haut. Flink bewegt er sich auf sein Ziel zu.

Ali war einmal Fussballspieler.

Jetzt ist er unterwegs. Mit seinen jüngeren Schwestern und der Mutter. Andere folgen ihnen, begleitet von einigen wenigen Ziegen und Schafe.

Er führt die Gruppe den Berg hinauf. Auf einem unwegsamen und staubigen Pfad. Hinter ihm wird eine Wasserflasche herumgereicht. Jeder nimmt einen Schluck nur. Man hört Rufe und irgendwo schreien Kinder. Staub wirbelt auf und setzt sich auf die schweissnasse Haut. Alle in der Gruppe haben dasselbe Ziel. Weg nur, von Bomben und Raketen.

Welch ein Wahnsinn.
Wollen wir wirklich so weiter machen?

Freiheit ist kein Traum mehr

Da ist kein Wecker der dich morgens zur Arbeit ruft. Die Uhren sind aus deinem Leben verschwunden. Schlüssel sind überflüssig. Polizisten freigestellt. Uniformen, Waffen und Munition ausgemustert. Vorgesetzte und Untergebene gleichgestellt.

Kanone, Krieg und Krüppel wurden aus dem Lexikon gestrichen. Dafür sind wir umgeben von Freude und Lachen. Menschen treffen sich spontan und lassen sich entspannt in Gespräche ein. Die Eile hat sich verkrümelt. Man hat angefangen zu leben.

An diese unmenschliche Zeit, wo man schon nach der Geburt für den Kampf um das Überleben ausgebildet worden ist, kann sich niemand mehr erinnern. Damals lebte man in einem System, das jeden herausgefordert hatte, sich gegen jeden zu stellen, gegen jeden zu kämpfen, gegen jeden zu gewinnen und mit immer wirksameren Mitteln jeden zu zerstören, um besser zu werden, mehr zu verdienen, mehr zu scheinen und die eigene Macht zu vergrössern. Jene die verloren haben, jene die auf der Strasse gelandet sind, wurden als überflüssig angesehen und gnadenlos dem Schicksal überlassen.

Eine eiskalte Elite war dafür verantwortlich. Die manipulierten das Volk, damit diese sich gegeneinander aufreiben. Diese wiederum teilten sich in die unterschiedlichsten Interessengruppen auf und rieben sich untereinander auf. Die Mächtigen haben ihre Bürger mit den trickreichsten Vergnügen unterhalten, um sie so von ihren eigenen Machenschaften abgelenkt. Chronische Krankheiten breiteten sich aus wie die Pest. Die Portofolios der Banken mit Pharmatiteln fanden reissenden Absatz.

Dann gab es diesen Knall. Der sandte eine magnetische Energie aus, dass alle gespeicherte Daten ausgelöscht wurden. Alles. Persönliche Daten, Steuerinformationen, Krankengeschichten, Passwörter und Telefonnummern, auch diejenigen von Präsidenten und Geheimdiensten. Atomwaffen konnten nicht mehr aktiviert werden, Ölplattformen, Tankstellen und Autofabriken standen still. Kraftwerke verloren ihren Saft. Nachrichten versickerten spurlos.

Es ist dunkel geworden. Alles ist still gestanden. Verschlossene Türen blieben geschlossen. Bankautomaten streikten. Tresorräume zugesperrt. Für immer. Den Währunen ging der Schnauf aus. Einem einzigen ist ein Licht aufgegangen und der hat den anderen davon erzählt. Plötzlich haben die Menschen welche bis anhin in der Dunkelheit gelebt haben, die Lüge erkannt.

Das war das Ende der alten Herrschaft
So haben die Menschen diesen Moment genannt. Heute ist alles hell und heiter. Jeder ist sich selbst und gestaltet aus sich heraus um die Gemeinschaft zu fördern.

Das Ende der Herrschaft

Das Drama
Unser Leben basiert auf dem was ist. Und das ist dieses sauglatte Puppentheater mit sauglatten Puppen und Dekorationen und diese endlose, wahre und sich ständig wiederholende Geschichte mit der Angst und Unsicherheit, über Geiz und Gier, Macht und Manipulation, Eitkeiten und Grössenwahn, nur um als erster ganz oben sein zu können, mit massloser Macht über allem.

Dummerweise weiss niemand wie das wirklich geht. Die meisten bleiben auf der Strecke hängen und werden von jüngeren überholt, die denken schlauer zu sein. Dieser unsinnige Gipfelsturm hat kein Ende. Seit Ewigkeiten wissen wir, das es dort oben nichts sinnvolles gibt.

Trotzdem sind alle unterwegs dorthin.

Welch eine Zeitverschwendung.

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Schönheit
Für alle begehrenswert. Zeigt sie Falten, schaut man weg.

Pscht! Bitte weiter erzählen
Eine Hirnzelle in den Vereinigten Staaten von Amerika sitzt in Isolationshaft.

Man hat sie beim Denken erwischt.

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ABC Fassade in NYC

Ich bin die Hoffnung

Das Kind des Zweifels und der Ängstlichkeit.
Ich lebe in den Köpfen der Menschen
und lasse sie bis zur Erschöpfung warten.

Ich kreiere Hoffnung,
ohne Garantie auf Erfolg.

Ich male schöne Bilder,
die ewig flimmern.

Ohne Ende. Ohne Ende.

Ohne Ende.

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Art Fassade NYC

Schon wieder Krieg?

"Hallo, ich bin der Präsident Ihres Landes".

"Guten Tag Herr Präsident, nett dass Sie
ihre Landsleute anrufen".

"Gern geschehen.
Ich brauche Sie für meinen nächsten Krieg".

"Oh mein Gott, meine Tochter heiratet heute.
Familienplausch, Gartenparty und so,
Sie wissen ja. Ich bin ihr Vater und will
bei der Feier dabei sein".

"Ghm" (hörbares Schlucken)

"Sorry, mein lieber Präsident, ich habe wirklich
nichts mit ihrem Krieg zu tun. Am besten
gehen Sie gleich selber hin."

Abdankung
Juan Carlos der spanische König ist ein Spätzünder. Neunundreissig Jahre hat er gebraucht, um den Unsinn
seiner Herrschaft zu erkennen.

Kronprinz Felipe, sein Sohn will die gleiche Dummheit begehen. Dies, obwohl ihm alle davon abgeraten haben.
"Warum wirst Du nicht Stierkämpfer?" fragen sie ihn.

"Alle Königsfamilien haben Blut an den Händen.
Schliess dich nicht aus. Stierblut weckt die wenigsten
Gemüter auf".

"Nein, ich bin faul und bleibe faul. Mit der Krone auf
dem Kopf habe ich jedes Recht dazu".

Auch Gott hat seinen Spass
Am Anfang war Gott.

Dann schuf er die Texter.
Die langweilten sich.

Gott gab ihnen das Wort.
Die Texter begannen zu schreiben.

Gott las ihre Texte und fand sie fehlerfrei.
Die Texter wollten mehr.

Gott gab ihnen Adam und Eva.
Jetzt stiegen die Leserzahlen.

Die Texter wollten noch mehr.
Gott erfand das Fernsehen.

Jetzt sitzt er in jeder Talk-Show.

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Macht euch die Erde untertan
So steht es in der Bibel geschrieben und sieht dann aus wie eine Geburtstagsparty für dreijährige:

Susanne mischt Abwaschmittel mit Apfelsaft und freut sich über den gesunden Schaum. Hansi und Fritz, schneiden die Briefpost in Konfettis, weil Andrea, Ella und Margrit, in der Abstellkammer, ihre Vaginas vergleichen und Rolf, unter Hochspannung, genauer hinschaut.

Das Geburtstagskind Hans Rudolf, steht im Wagen des Vaters, neben dem Steuerrad. Er dreht am Zündschlüssel und geniesst das rütteln des Wagens bis er ohnmächtig wird.

Bertha und Ida sitzen im Badezimmer und schmieren den Haartrockner mit Vaseline, die Zahnbürsten schwimmen, gemeinsam mit älterem Material, schon längere Zeit in der Toilettenschüssel.

Ueli steht auf dem Stuhl neben dem Wandschrank und geht systematisch durch Hosen- und Jackentaschen, bis er mit Banknoten fündig wird. Das Kleingeld liegt verstreut am Boden.

Moritz, Forschertalent drückt eine Tube Senf ins Aquarium um den Fluchtinstinkt der Fische zu studieren. Benny hat mit dem Taschenmesser das Sofa aufgeschlitzt und dabei entdeckt, dass der Inhalt weiss und flockig ist.

Drei schlaue Mädchen beobachten durch die Glastür des Backofens, wie Plastic Barbie schneller schmilzt als sie erwartet hatten.

Martha hält das Tischtuch an zwei Ecken und zieht kräftig daran. Kuno spielt mit einem Streichholz und staunt, wie schnell die Flamme grösser und grösser wird und alle Kinder plötzlich schreien und rennen.

Der Nachbar steht vor der Haustür . . .

Also dann, beginnen wir nochmals von vorne.

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Homeless at Union Square

Ueli Maurer der Pilot

"Ueliii, komm nach Hause, es gibt z'Nacht", ruft die Mutter aus dem Küchenfenster.

Ueli Maurer ist fertig mit spielen. Er springt auf das Militärfahrrad und rast kopflos Heim zu. Kurz vor dem Haus trifft sein Vorderrad auf den Stein. Das Fahrrad überschlägt sich. Ueli wird vom Sattel geschleudert. Er fliegt mit Überschall über den Hühnerstall in den dahinter liegenden, feuchten Misthaufen.
Während seiner Flugphase hat er die Liebe zum Fliegen entdeckt. Im Misthaufen liegend, unkenntlich für den Feind, erkannte er die Wichtigkeit einer gut getarnten Luftwaffe. Als Bundesrat setzt er jetzt seine Jugenderfahrung ein, dem Land das beste Düsenflugzeug zu kaufen. Man sagt, seine Idee sei auf dem Mist gewachsen.

Ueli Maurer mit dem Velo gestürzt

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FIFA
Weltfussballverband. Er organisiert Fußball-Wettbewerbe, unter anderem die Männer- und die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft. Robert Blatter der President des Verbandes ist der schlaueste Fussballer. Er kennt alle Tricks. Z.B. wie man Gegenspieler ins Leere laufen lässt. Er ist der König des unsichtbaren Fouls. Er weiss wie man als Verlierer-Mannschaft Spiele gewinnt, ohne mit der Wimper zu zucken. Hat er jetzt sein erstes Eigentor geschossen? Gooooooaaal!

Fußball-Weltmeisterschaft 2022, Katar

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Zwei Männer stehen auf dem Gehsteig.
Einer geht auf den frisch gewaschenen Mercedes zu, zeigt mit dem Finger auf die Lackierung und meint, "Schau, hier hast "Du" einen Kratzer".

"Ja, ich hab's gesehen" sagt der Besitzer mit zitteriger Stimme. "Schade. Er fährt mit dem Zeigefinger und seiner trauriger Miene über die Katastrophe".

"Am Sonntag poliere ich ihn heraus", meint er nun optimistisch.
"Ich habe dann ich richtig Zeit dafür. Meine Frau ist mit den Kindern im Schwimmbad".

Zwei Männer stehen auf dem Gehsteig

Reality Show im Restaurant
Ein Raum, wo zu viele und zu kleine Tische und unbequeme Stühle in Reih und Glied aufgestellt sind. Sie erinnern die Besucher daran, aufrecht zu sitzen, sich anständig zu benehmen und Zahnstocher aus Stilgründen zu ignorieren oder nur auf der Toilette zu benutzen.

Auf jedem Tisch steht, sauber aufgereiht, Salz, Pfeffer, Mayonnaise und Senf. Damit kann man den Mann in der Küche kreativ unterstützen. Der Kellner empfiehlt dir das beliebteste Menu. Dasjenige, woran der Restaurateur am meisten verdient. Unvergesslich schmecken sie mit wohlklingenden Sausen.

Weil es anders schmeckt als vorgestellt, wird eine Flasche Wein bestellt, um den schalen Geschmack zu betrügen. Weil der Begleiter oder die Begleiterin meistens langweilig ist und voraussichtlich Sex nicht drin liegt, wird nochmals eine Flasche Wein bestellt. Gefolgt von einer Zigarre, um die Langeweile in Rauch aufzulösen.

Solche Abende in derart dekorierten Häusern enden oft tragisch. Mit Tränen, Streit oder Frust. So trennt man sich und geht eigene Wege, in der Hoffnung von jemand nettem aufgerissen zu werden, um die späte Nacht mit einer Flasche Wein fortzusetzen und eine Zigarre zu zünden, wenn kein Sex drin liegt.

Nach solch verlängerten Abenden landet man im eigenen Badezimmer, mit dem Kopf in der Toilettenschüssel. Der folgende Tag beginnt mit diesen bekannten Schmerzen im Kopf, flimmernden Augen und der fremden Person vor dir im Spiegel, die einfach stehen bleibt und dich dumm und fragend anschaut.

So ein Scheissding. Besser zuhause essen, mit Fernsehen, Kühlschrank und Barfuss.

2014

Keine Kaugummis auf dem Sofa. Verstanden!
Lass das jetzt, sonst sperren wir dich ein!
Wegen Missachtung wird Ihr Wagen abgeschleppt!
Das ist jetzt ihre letzte Chance!
Unser Leben wird zunehmend mit
Drohungen kontrolliert.

Das Universum schaut uns zu, seit Ewigkeiten,
und schüttelt den Kopf. "Liebe. Kennen die
das immer noch nicht?".

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Lunch Break down town New York

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Gotteshaus
Ein Haus, das meistens leer steht. Sechs Tage in der Woche. Sonntags wird es für wenige Stunden genutzt.

Unverständlich für Gott, denn er glaubt immer noch, die Menschen lieben ihn und suchen seine Nähe.

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Schlagzeile
In der Werbung wirst Du damit besinnungslos geschlagen. In diesem Zustand greifst Du nach allem was dir angeboten wird.

Kommst Du wieder zu dir, ist es zu spät für eine Rückgabe. Es bleibt dir auch keine Zeit dafür, denn die nächste Schlagzeile lauert schon auf dich.

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Man cleaning window

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Kapitalismus
Ein Virus. Es lähmt die Seele, schwächt das Herz und entzieht dem Hirn den Sauerstoff.

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Man behind a window

"Wenn man einem Bettler ein Almosen gibt",
sei das ein Zeichen der Liebe.
Das habe ich 2004 einmal gehört.


"Liebe ist, wenn es keine Bettler mehr gibt"
Das ist mit soeben eingefallen.

Scheint mir irgendwie logisch zu sein.

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Worker takes a break

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Autosalon
Eine internationale Exhibition, wo aufreizend bekleidete Frauen, mit gelangweiltem Blick, sich an aufpolierten Neuwagen anlehnen. Besucher sind Männer, ohne Ehefrauen.

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Two red chairs

Dwight D. Eisenhower, der letzte,
wahrhaftige US President?

Vor 60 Jahren, am 16. April 1953, in einer Ansprache an die Herausgeber amerikanischer Zeitungen, offenbarte der US President Dwight D. Eisenhower den Preis den die USA für ihre Bewaffnung zahlt:

Jede produzierte Waffe, jedes vom Stapel gelassene Kriegsschiff, jede abgefeuerte Rakete zeigt am Ende den Diebstahl an jenen die hungern und nicht gefüttert werden, an jenen die frieren und keine Kleidung erhalten.

Dies ist eine Welt unter Waffen. Diese bewaffnete Welt verbraucht nicht nur Geld, nein sie verbraucht den Schweiss ihrer Arbeiterschaft, die Genialität ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.

So macht das Leben keinen Sinn. Unter den Wolken eines drohenden Krieges hängt die Menschheit an einem eisernen Kreuz.

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Hungry Rust

Aber, aber, Herr Beckham!

Susi kommt nach Hause gerannt, ausser Atem. "Mami, Mami, Herr Beckham hat mir seine Unterhosen gezeigt?"

Die Mutter, "Waaas?"

Susi, nach Atem ringend, "Ja, auf der Strasse. Er steht immer noch dort".

"So ein Schwein", ruft Mami aus, "das hat noch gefehlt. Komm, rufen wir Frau Beckham an".

Susi hört ihr Mami am Telefon, "Victoria", "Victoria", ganz energisch, "David exhibitioniert sich auf der Strasse. Das ist eine Schweinerei".

Susi hört Frau Beckham erwidern,
"Nein, nein, das ist nicht so gemeint. Er macht das nur für Männer. Reich sein ist halt teuer und von irgend etwas müssen wir auch leben".

Mami, ganz erstaunt, "Für Männer? Ja, wohnt er nicht mehr bei ihnen zu Hause?".

"Nein, äh doch, doch", meint die hysterische Victoria, "das verstehen sie falsch und übrigens muss ich jetzt gehen".

"Victoria", ruft Mami mit fordernder Stimme, "Sie gehen jetzt nicht weg, wir haben da noch ganz andere Fragen für sie".

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Visitor in a NYC Bar