Aus dem Inhalt

Abschied von Love
Die Parkbusse
Volkswahl
Obamas Putzfrau
Rentner auf der Strasse
Die Freiheit
Tod durch erhängen
Obama's Putzfrau
Oh Gott, oh Gott . . .


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Briefkastenfirma
Ein Unternehmen ohne Buchhalter. Der Briefkasten ist zu klein, um ein menschenwürdiges arbeiten zulassen zu können.

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Troubleshooter
Ein Begriff aus Amerika. Überall wo es Troubles gibt, geht der Amerikaner hin um es zu erschiessen.

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Ein Bulle zum Spass

Kano steht an der Ecke 48ste Strasse und Madison Avenue. Er redet wie ein Wasserfall. Optimistisch, farbig und afrikanisch.

Er trägt einen synthetischen Anzug, attraktive Kravatte und eine goldene Armbanduhr. Seine Schuhe tragen Hochglanz. Sein Plakat wirbt für zwei Anzüge zum Preis von einem. Jetzt beendet er sein regenbogenfarbenes Gespräch. Ich gehe auf ihn zu und frage ob ich ihn etwas fragen darf. Er lacht, bitte schön, fragen sie was sie wollen.

Welche Sprache haben sie in ihrem Gespräch nach Afrika gesprochen? Ha, Sie kennen Mali? Meine Heimat? Nein, bei weitem nicht, antworte ich ihm. Ich lese darüber, weil ich auch ein neugieriger Mensch bin.

Nun, lacht er, ich habe einen Bullen gekauft, fährt er fort, und der wird nach Mali verschifft. Für meinen Bruder. Ich besitze ein Duzend Kühe und die brauchen mehr Spass. Damit wird mein Bruder ein wohlhabender Mann in seinem Dorf.

Das ist ja grosszügig, entgegne ich ihm. Ja, ja meint er mit runzliger Stirn. Er will nach New York kommen und sein Geld hier verdienen. Was soll ich tun? Der Bulle ist da, mein Zimmer zu klein und in Ruhe schlafen will ich auch. Er hat mein neues Angebot akzeptiert, ich verschiffe ihm einen Gebrauchtwagen, sobald er drei neue Kälber präsentieren kann.

Gute Idee, aber was geschieht, wenn er das Aute bekommen hat? Mit Sicherheit wird er es verkaufen und ein Flugbillet nach NY kaufen. Nun, bis dahin habe ich mehr Verdienst und lebe in einer grössere Wohnung. Er lacht und meint, dann hat auch er Platz um in Ruhe schlafen zu können. So behalten wir den Frieden. Wir lachen und ich gehe von dannen.

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Wenn

wir alle wie immer unsere Arbeit tun,
alle, auch Unternehmer, Chef's und Strassenfeger,

wirklich alle,
auch diejenigen die nach Erdöl bohren, alle die Orangen pflücken, Tabak anbauen, Herzen operieren, Altersheime führen,
alle Haare schneiden und Autos reparieren,
wenn alle ihre Arbeit verrichten wie bisher,
können wir alle das Geld sofort abschaffen.

Bedingung ist, dass alle so weiter machen wie bisher.
Alle. Wirklich alle.

Aktien sind jetzt wertlos, Zinsen und Banken nutzlos.
Und aus Gold wird Schmuck gemacht.

Alle gehen wie immer zum Supermarkt, weil alles da ist und alle da sind, die Ware und die Verkäufer, die Lieferanten das Reinigungsportal.

Desgleichen alle öffentlichen Verkehrsmittel, alle Krankenhäuser, alle Schulen und so. Wochenende, Ferien und Pensionierungen werden in dieses neue System einfach eingebaut.

Wir alle arbeiten ohne Geld und sind trotzdem am Arbeitsplatz. Alle. Rohöl ist immer noch zu fördern, Haare immer noch zu schneiden, pensionierte immer noch zu betreuen, Orangen immer noch zu pflücken, Autos immer noch zu reparieren, Zigaretten immer noch eine Verführung.
Und wohlverstanden, das Land gehört ab sofort uns Bürgern. Was aus dem Boden geholt wird ist jetzt unsere Verantwortung. Ich wette, jetzt liegt uns der Umweltschutz am Herzen.

Die Ausnahme?
Waffenproduzenten. Die sind nicht dabei. Sorry!
Keine Waffen, keine Kriege.
Das ist unsere Mathematik.

Will jemand mehr sein als alle anderen?
Viel Glück. Es gibt kein Geld mehr! Ohne macht das Leben mehr Vergnügen. Man geht nach Hause, wenn die Arbeit getan ist. Oft früher als später. Die ehemals Wohlhabenden dürfen alle in ein Wohnheim ziehen. Da müssen sie auch nicht arbeiten.

Wo ist denn dieses Land? Ich reise hin.

Herzlich willkommen.

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Manfred triff Konrad an der Ampel, welche auf Rot steht.

Hallo Konrad, wie geht es dir so?
Ja, weisst Du, nicht schlecht.
Ja, ich sehe es, Du siehst jünger aus und glücklicher.
Ja, seit ich zu Fuss gehe. VW, Du weisst ja schon. Rück Ruf Aktion.

Sie stehen noch an der Ampel, die mehrmals gewechselt hat. Entspannt und mit viel Musse.

Und wieso gehst Du zu Fuss, Manfred?
Explodierende Airbags, Made in Japan. Rückrufaktion.
Ja, da ist einiges los. Auch mit den Ölscheichs. Öl war immer ein schmieriges Geschäft

Konrad lacht über den Witz.

Nun, wir haben wieder Zeit für die Familie. Wir wandern, bauen Gemüse an, gehen zu Fuss und schlafen besser.
Genau, wir wir auch.

Ooops, sieh mal, der Bankdirektor, auch der geht zu Fuss.

Ja, den haben sie ebenfalls zurück gerufen. Mit samt seinen Dienstwagen. Zu Fuss braucht er weniger Lohn und keine Boni mehr.

Was wird wohl das nächste sein?

Politiker?

Ja, die sind schon eingekreist.

Da wurde ja die Zukunft eingeläutet.


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Ausgespielt

Keine gute Saite ist übrig geblieben. Man hat mich einfach verlassen. Und dies für ein elektronisches Instrument, ohne Seele. Plastikgehäuse und Plastik Tasten. Brrr! Wo ist das Musikerherz geblieben?

Wie oft habe ich Massen in Bewegung gesetzt. Zum Tanzen animieret, zum Singen inspiriert, Liebesaffären angeschoben, Geburtstagsfeiern in den Morgen verlängert und bin danach gemütlich im bequemen Instrumentenkasten nach Hause gefahren worden. Von Blues begleitet, über den Autolautsprecher, im Zigarettenrauch und diesem kühlem Fahrtwind. Das war ein Leben. Es hätte ewig dauern können.

Wenn wir die Kriege beenden,
geben wir der Armut und der Not eine Tür,
um dieser Tragödie zu entrinnen.

Die Angst verliert ihre Macht,
die Menschen vertrauen sich wieder.

Die Politiker verlieren die Macht,
Kasernen sind leer, Waffen recycled.

Wir arbeiten weniger
und verdoppeln die Renten für alle.

Ein Traum wird zur Wirklichkeit.
Was wollen wir noch mehr?

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Kunst und Nonsense

Das neue Jahr

Paul verlässt seine Wohnung wie üblich. Es ist Montag. Geduscht, rasiert und mit der Aktenmappe ist er unterwegs zur Busstation.

Der Gehsteig ist dicht bevölkert. Die Menschen sind guter Laune. Ganz spontan, rein intuitiv, wie aus heiterem Himmel, überreicht Paul seine Aktenmappe einem entgegenkommenden Fussgänger. Ohne zu zögern gibt ihm dieser seine Morgenzeitung. Paul beobachtet, wie alle ihre persönlichen Gegenstände, wie Mobilephone, Ordner, Einkaufstaschen, Regenmäntel oder Regenschirme austauschen und es bei der nächsten Gelegenheit nochmals und nochmals tun. Damit zeigen sie, wie sehr sie den Respekt vom Materialismus verloren haben.

Niemand bemerkt die schwarzen Limousinen, mit den im hinteren Teil des Wagen sitzenden Männer in schwarzen Anzügen, welche tief in ihren Gedanken versunken in ihre Büros gefahren werden.

Deren einziges Ziel ist es, den Befehl einer unbekannten Macht auszuführen, gnadenlos, die gesamte Bevölkerung mittels der Staatspolizei in die Sklaverei zu schicken. So schnell und brutal, dass diese nicht merken, was ihnen geschieht.

Was diese Männer hinter abgedunkelten Wagenfenstern nicht sehen, ist diese intuitive, spontane morgendliche Aktion, welche den Menschen ein untrügliches Gefühl einer Gemeinschaft schenkt. Etwas zuvor nie erfahrenes. Denn bisher wurden sie zu gefühllosen Konkurrenten gemacht. Im Kampf um mehr Lohn, bessere Positionen und höheres Ansehen. Das hat sich über Nacht vollständig aufgelöst. Warum? Wir wissen es noch nicht.

Die Männer in ihren schwarzen Anzügen sind pünktlich in ihren Büros angekommen. Sie starten ihre Computer auf und loggen sich in die geheime Kommandozentrale ein. Damit sind sie im Kontakt mit der Staatspolizei. Noch zwei Minuten dann wird der Befehl ausgegeben. Wird es ihnen gelingen? Das is in den Sternen geschrieben. Wir werden es sicher erfahren.

Mehrere Stunden sind vergangen, seit Beginn dieser wundersamen Aktion. Die Menschen haben den Sinn des Austausches verstanden, ihren Besitz, dieser unnötige Unsinn aus ihrem Alltag zu verabschieden und sich selber als den wahren Sinn des Lebens zu verstehen. Jetzt sitzen sie auf Parkbänken, in Bistros, am Rand des Gehsteiges oder stehen beisammen. Sie diskutieren über ihr unerschöpfliches Potential, welches von der Obrigkeit unterdrückt worden ist. Sie diskutieren über den Frieden und die Harmonie für alle und laden jeden ein, es zu kultivieren.

Zu ihnen haben sich auch unbekannte Männer gesellt. Ohne Uniformjacken, ohne dekorierte Mützen, ohne Patronengürtel und ohne Waffen. Auffallend ist ihre Freundlichkeit und ihr Entgegenkommen. Niemand fragt warum dies so ist. Sie sind willkommen, es scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein. Auf einmal sind alle gleich.

Wo sind die in schwarz gekleideten Männer geblieben? Es fehlt jede Spur von ihnen. Niemand fragt danach. Die Menschen haben sich gedanklich von ihnen verabschiedet.

Es ist 2016, Januar der erste. Alles liegt von jetzt an in unserer Macht.

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Erinnerungslücke
Ein schlüpfriges Wort.
Politiker und CEO's nutzen es, um dem Gefängnis zu entgehen.

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Kunst und Nonsense

Der Pfarrer von der Kanzel

Liebe Christen,
heute habe ich eine Bitte an alle.
Es ist einfach, ja Kinderleicht.

Ruft euren Präsidenten an, schreibt ihm
oder sendet ihm ein Email.

Fordert ihn auf, als Christ die Kriege
sofort zu beenden.

Das wollt auch ihr, nicht wahr?

Das wär's dann gewesen,
Geht jetzt alle nach Hause und
geniesst den Sonntag.

Gott sei mit euch.


Ach ja, etwas hab ich vergessen.

Vergisst die Streitigkeiten in der Familie,
mit dem Nachbarn und dem Rest der Welt.

Ist ja Kinderleicht.

Amen

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Dicke Luft in Peking und hier in New-Dehli

"Ken-Shou, wie geht es dir in Peking?

"Ich sitze zuhause, hinter geschlossenen Fenstern, krank und zu schwach, um Hausaufgaben zu machen". "Weisst Du, meine Augen brennen, mein Magen schmerzt und schlucken tut so weh".

"Ja, Ken-Shou, hier in New Delhi sieht es auch schlecht aus. Mein Hautausschlag und die Magenschmerzen bringen mich um. Wir können uns keinen Arzt leisten".

"Weisst Du Shankar, seit meine Eltern für den fortschrittlichen Westen, Kleider, Schuhe und so produzieren, geht es uns gesundheitlich schlechter".

"Wie mit uns auch, Ken-Shou. Glaubst Du, die im Westen machen sich Sorgen um uns?"

Ja sicher Shankar, die fragen sich doch wo ihre iPhones und Computer bleiben. Darum bin ich jetzt online und suche einen billigen Kindersarg. Lange geht es nicht mehr, bis ich ausgeatmet habe.

"Gute Udee, Ken-Shou, send mir den Link, ich schliesse mich dir an. Ich bete für dich, dass wir das nächste Leben in eine fortschrittlich entwickelte Gesellschaft hinein geboren werden, wo die Liebe zum Menschen mehr zählt und wo die Heuchelei nicht mehr vorkommt".

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Mann oh Mann
Ich bin als Knabe geboren.

Mit 18 hat mir die Mama gesagt, "Du musst jetzt ein Mann werden".

Also dann. Ich habe begonnen, hinter den Frauen her zu pfeifen, schmuddelige Komplimente zu verteilen und bin ihnen nachgegangen. Das hat nichts gebracht.

Mit 20 sagte Mutti, "Benimm dich endlich wie ein Mann".
Klar doch. Ich habe einen Porsche gekauft, das Playboy Magazin gelesen und regelmässig auf meine schwere Golduhr geschaut. So ging mir das Geld aus.

Dann hat meine Mutter gedroht. "Zum letzten mal, werde endlich zum Mann".
Ok, ok. Ich hab's begriffen und bin Politiker geworden. Jetzt mache was ich will. Keiner redet mir drein und meine Mutter sonnt sich in meinem Licht.

Trotzdem - ich weiss immer noch nicht was ein Mann ist.

Wer weiss das schon.

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+++B R E A K I N G+++N E W S+++ B R E A K I N G+++

Die russische Luftwaffe erlaubt ihren Piloten
nur noch Einsätze mit Blindenhund.

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Adam. Eva.

Adam zu Eva:
"Was zahlt Holywood für deine Pose?"

Eva: "Meine Sache!".

Adam: "Typisch Frau".

Eva:
"Denkst Du, Flegel. Das sagen nur Männer. PlayBoy hat unsere Stellung mit weiteren ergänzt, vervollkommnet perfektioniert und kultiviert. Damit verlieren Männer die Sinne und ihr Geld. Wir Frauen halten damit die Wirtschaft im Gang".

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Umweltschutz
Früher war das ja klar. Heute müssen wir den Menschen vor der verseuchten Umwelt schützen. Mit ihrem giftigen Wasser und ihrer verdorbenen Luft macht sie uns alle krank. Sie vergiftet uns mit ihrem verpesteten Gemüse, den verdorbenen Früchten und kontaminierten Fischen. Dazu gefährdet sie uns mit ihrer globalen Erwärmung. Wie haben wir das nur verdient?

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Filet Mignon
Ein Stück totes Fleisch. Vom Kalb. Hinterlistig umgebracht. Es wird von einem Serialkiller, Metzger genannt, in Scheiben geschnitten, mit Salz und Pfeffer gewürzt, mit Butter und Olivenöl verschmiert, verbrannt, um den Geschmack des Todes zu cachieren und schlussendlich mit Knoblauch, Petersilie, Thymian und geriebener Zitronenschale garniert, um das schlechte Gewissen zu entlasten.

Bon Appetite!

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Frieden für ein PIXEL
Hier ruht es. Für immer. Es war unbedeutend. Ihr ganzes Leben lang. Es hatte keinen Namen, keine Persönlichkeit, nichts. Trotzdem hat es sich in's Rampenlicht gesetzt.

Als Pixel, gemeinsam mit anderen Pixels, kam es zu jener Wichtigkeit, welche es für Sekundenbruchteile berühmt gemacht hat. Mit ihren Illusionen betäubte es die Menschen. Wieder und immer wieder. Die haben Pixel angebetet und es Gott gleich gemacht.

Heute ist Pixel von uns gegangen, ohne eine Erinnerung zu hinterlassen.

Schade?

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Fifa, der Lehrling

Fifa's Chef ist gestern wegen Bestechung suspendiert worden. Sein Assistent hat die vakante Position übernommen.

Nun erfahren wir, dass er wegen Komplizenschaft verhört wird.

Seine nächst höhere Mitarbeiterin musste passen, weil sie die schwarze Kasse vom Chef geführt hat.

Und die Telefonistin? Sie ist untergetaucht, hat sie doch versucht den Staatsanwalt zu bestechen.

Damit bleibt Fifa, der Lehrling übrig.

Der superschlaue Fifa, wie er wegen seinem fussballerischen Talent gerufen wird, hat abgewunken. In diesem Sauladen stinkt es nach Schmierseife. Ich gehe.

Asta la Vista!

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Der CEO
Dieser Begriff ist ein Missgriff. Ein CEO ist ein Mensch, der nicht begreift, dass er dauernd daneben greift.

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Gestern hatte ich drei Whiskys,
drei Frauen und drei Geschwindigkeitsübertretungen.
Na, das ist halt so, wenn man Mann ist.

Ich bin seit neun Jahren seine Ehefrau
Er hatte drei Biere, eines für sich, zwei für seine Freunde,
zu dritt haben sie sich über Frauen lustig gemacht und er hat
drei Betreibungen, weil er seine Parkbussen nicht bezahlt.

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Der Protest

Mit raschen Bewegungen fährt der Füllfederhalter über das Papier. Ohne Unterbruch beendet er seine Sätze. Jetzt die Adresse auf das Couvert, die Briefmarke drauf und ab die Post.

Im Büro des Innenministers
Der Brief liegt ungeöffnet in seiner Schublade. Seit Wochen. "Warum liest mich niemand?".

"Ist meine Botschaft unwichtig?
Ich klage über die Verhältnisse im Land. Dass sich etwas ändern muss. Das Volk leidet, die Mütter klagen, Kinder verelenden und die Männer sind frustriert".

"Was ist das?"
Ein Brief fliegt in die Schublade. Die beiden beginnen eine Diskussion und in kurzer Zeit decken sie ihre Verwandtschaft auf. Gleicher Inhalt, gleiche Klagen, gleiche Forderungen.

Immer mehr Briefe leisten ihnen Gesellschaft.
Im Gefängnis des fordernden Volkes kommt Bewegung in die Gruppe. Es wird diskutiert und entschieden. Das Ziel ist eine Änderung des Zustandes im Land.

"Hat jemand ein Streichholz?"
ruft einer aus der Dunkelheit. "Ja, hier", antwortet einer und wirft ihm eine Streicholzschachtel zu. "Eines reicht", sagt er, "kommt, machen wir Geschichte". Im gleichen Moment reisst er das Streichholz über die Schachtel. Die Flamme erwischt das Holz und der Rest ist Geschichte.

Die Schlagzeile am anderen Morgen
Parlament ausgebrannt. Politiker auf der Flucht. Das Volk regiert.


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DER LETZTE TRAUM DER MENSCHHEIT
hat sich erfüllt. Alle sind zwei Minuten lang berühmt geworden. Meine Putzfrau? Fliegt grad nach Australien für eine Talk Show. Der Nachbar? Unterschreibt den Kontrakt für eine TV Serie. Meine Frau? Unterwegs für Musikaufnahmen. Der Lehrer? Filmt in Acapulco.

Lass mich mal die Bank anrufen.
"Hier ist ihre Bank, wir sind jetzt alle berühmt, rufen Sie nie mehr an. Ciao. Wow! Das sieht schlecht aus. Mein Zahnarzt? "Meine Praxisräume bleiben vorübergehend für immer geschlossen.

Ooops! Und mein Sohn?
"Hier spricht Christoph, bitte rufen Sie viel, viel, viel später an, oder nie mehr".

Was steht in der Zeitung?
Fassungslos stehe ich vor dem Kiosk und lese, "Für immer ausverkauft. Kaufen Sie an einem anderen Ort ein", das wird ja immer verrückter, geht es mir durch den Kopf.

Der Polizeiposten ist sicher offen?
Mal probieren, "Hier spricht der Anrufbeantworter der Stadtpolizei, verhaften sie den Verdächtigen selber". Klick. Na sowas.

Haben alle durchgedreht?
Was macht unser Pfarrer in solche einer prekären Situation?. Ein Anruf sollte genügen, "Hier spricht Gott, ich habe mein Potential entdeckt und habe es beim Schopf gepackt".

"Beten Sie für mich".

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FLUG SHOW

Eine Formation Wildenten überfliegt mich in Richtung East River. Während ihres Fluges verändern sich die Abstände ihrer Flügel kaum. Sprachlos schaue ich zu, wie sie in einen lang gezogenen Bogen hinter einer Baumgruppe verschwinden.

FASZINATION NATUR, VOLLENDETE KUNST

Eine halbe Stunde später stehe ich an der Ampel. Die schaltet auf Grün. Ruckartig, langsam oder schnell, stockend und hupend fahren die tonnenschweren Autos weg. Sie hinterlassen stinkende Abgase und eine kranke Umwelt. Wo ist die Genialität des Menschen. Hier, jetzt oder überhaupt?

Also dann, zurück zur Natur.

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Mit deiner Geburt ist dein Leben schon festgelegt

Deine Zukunftt wird zur Illusion
Du bist in eine Familie geboren, welche die Umwelt strafbar belastet, ohne an deine Zukunft zu denken. Im Haus wo du wohnst werden Abfälle produziert, Energie versaut und viel zu viel Auto gefahren. Und Du musst Kaffeerahm Deckeli und Batterien sammeln, damit Du ein liebes Kind wirst.

So geht deine Umwelt drauf
Deshalb müssen wir einen Beruf lernen, um damit unsere defekte Welt zusammenzuflicken. Als Nutzer von Batterien, Elektrizität, Benzin und Öl, verbranntem Abfall, um unsere Flüsse und Seen, die Luft, Lebensmittel und unseren Organismus abzuwürgen.

Zum Trost gibt man dir Batterien,
Benzin, Elektrizität, Zucker, Alkohol, Zigaretten, Krankenhäuser, Medikamente und Kirchen. Toll, nicht wahr?

Dabei wolltest Du ja eigene Ideen realisieren,
eine grüne Stadt bauen, ein schwebenden Open Air Restaurant führen, Ballonreisen organisieren, neue Lebensformen ausprobieren, oder ganz einfach mit dem Pferd zum Fluss hinunter reiten, am Wasser sitzen, den springenden Fischen, den spielenden Kindern und den Hunden zuschauen.

Barfuss, ohne Hausschlüssel,
ohne TV Programm, ohne Apps, ohne Politiker und Beamten am Hals, aber mit gut gebackenem Brot, Moscht und Schüblig. Ohne Planung und abends der Familie von deinen sagenhaften Abenteuern erzählen zu können.

Das ist dir nicht möglich,
ausser Du besinnst Dich und entdeckst deine Liebe zu dir selbst. Siehst dein Potential und folgst deinen Visionen und vor allem wendest dich vom Konsum ab und dem Leben zu. So erfährst Du am eigenen Leib, wie unsere Erde sich fühlen wird, wenn wir ihr unsere Aufmerksamkeit schenken und ihr mit Liebe begegnen.

Die Zukunft wartet auf deine Träume und Visionen. Fang jetzt damit an.

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Limite
Die gibt es nicht. Dieser Begriff ist von Menschen kreiert worden, die zu faul sind, weiter zu denken als bis zur eigenen Haustür.

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Kepler der Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe, Optiker und evangelischer Theologe


Auf seinem Flug in das Weltall, entdeckte das NASA Weltraumteleskop "Kepler" mehrere bewohnbare Planeten. Wissenschafter sind begeistert und überzeugt, dass dort Leben möglich ist.

Auf unserer Fahrt zum Supermarkt gehen wir unsere Einkaufsliste durch. Snacks, Bier und Zigaretten. Damit kehren wir nach Hause zurück.

Mit dem gekauften würzen wir unseren langweiligen Tag. Wir essen und trinken und gehen abends benommen schlafen, damit wir für die folgende Woche bereit sind, denselben Unsinn zu produzieren, was wir seit Ewigkeiten tun.

Das Universum kennt uns. Seit Ewigkeiten. Es lässt uns weiter wursteln und geniesst ihre Ruhe in der ewigen Lautlosigkeit.

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Seit Ewigkeiten immer wieder dasselbe

Unsere frühen Vorfahren hatten nur eine Wahrheit und das war deren Realität. Bären, Wölfe und Hunger. Simpel und einfach. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass wir, 7000 Jahre später, Smartphones, Sex und Supermärkte haben und dass wir sie primitiv nennen.

Hätten die unsere Meinung gekannt und wären wir zugegen gewesen, hätten sie uns wo möglich verspeisen.

Heute haben wir unsere eigene Wahrheit. Smartphones, Sex und Supermärkte. Simpel und einfach. Wir haben die Zukunft im Griff.

In der fernen Zukunft werden die Menschen den Kopf schütteln über uns. "Die Zukunft im Griff? Wie arrogant". Würden die jetzt unter uns weilen, würden wir sie wohl verspeisen.

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Ich habe, Du hast, er hat, Ich aber will alles. Geil

Tanja hat sich gestern die neuesten Klamotten gekauft
Das trendigste selbstverständlich. Wer möchte heute noch alt aussehen als 24 jährige. Ihre Kolleginnen sind eben immer auf dem neuesten Stand. Top Mode, Top Models. Geil.

Dafür habe ich mir das neueste iPhone gekauft
Mit Selfie Stativ. Klar, ich will bei meinen Freunden super ankommen. Vom Tessin Trip, aus Genėve und von der italienischen Riviera. Einfach Geil.

Jetzt planen wir eine Rundreise nach China, Geil,
Kambodscha, Vietnam und so. Ferien halt, Geil. Man muss doch die Klamotten zeigen, sonst wird es langweilig. Die sollen sehen, was wir haben. Nochmals Geil, weil es so Geil ist.

Nun lese ich, dass deren Fabriken explodieren
was die Umwelt verschmutzt, das Wasser und die Luft vergiftet und das Leben fast unmöglich macht . Das ist ja wahnsinnig. Warum brauchen die giftige Komponenten für Mobile Phones und Spielzeuge? Die sind ja blöd. Und die Arbeiter sind alle krank. Wie kann man nur. So könnte ich niemals leben. Scheisse.

Selber schuld!

https://www.youtube.com/watch?v=KfANs2y_frk


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Schneller Flug

Mit 49'600 Kilometern pro Stunde rast die Sonde "New Horizon" durch das All an den Rand des Sonnensystems. Ich komme soeben vom Supermarkt und schlendere gemütlich nach Hause. "New Horizon" ist noch einige Millionen Kilometer von seinem Ziel entfernt. Im Wohnzimmer entspanne ich mich auf dem Sofa, mit einer Tasse frisch gebrautem Kaffee.

In Plutos Umfeld vermuten die Wissenschafter Staubwolken. "Warum wollen die das wissen", frage ich mich. Der Zucker im Kaffe löst sich auf und verbreitet seine Süsse mit jedem weiteren Schluck. Für "Horizon" könnte ein einziges Staubkorn alle geplanten Projekte beenden. Ohne Plan fliegen einige Möwen vor dem Fenster herum, hin und her, hinauf und herunter, ohne Zusammenstoss. "Was für Aufschneider", schmunzle ich.

Neun Jahre lang, in einem schnurgeraden und langweiligen Flug, ist "Horizon" wenige Tage von Pluto entfernt. Dann wird sie ihre ersten Aufnahmen nach Hause senden. Die Welt wird wohl darüber staunen. Ich schalte den Fernseher ein, um Star Wars anzusehen. Hautnah. Das wird spannend.

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Barfuss unterwegs

Feuchtes Gras streichelt deine Beine. Der Tau bleibt an dir haften und begleitet dich zum See hinunter. Hier stehst Du, das Schilf halb hoch, deine Füsse nass vom Wasser. Der Wind treibt die Oberfläche des Sees vorwärts. Die niedrigen Wellen liegen nah beieinander und lassen das Wasser wie eine zerknitterte Decke aussehen.

Deine Fantasie regt sich. Du weisst es, hier bist Du zu Hause. Jetzt fliegst Du über das Wasser zum anderen Ufer, während dem Du die Fische, in ihren silbern glitzernden Kleidern, bei ihren Tänzen beobachtest.

Einige Falken fliegen mit dir. Eines ist dir sicher, Fliegen ist nur eines dieser Wunder, welches Du beherrschst. Die Menschen schütteln den Kopf, lächeln und drehen sich weg. Wie damals die Lehrer, die dich mit deinen Fantasie gesättigten Kommentaren nie ernst genommen haben.

So fliegst Du lieber an jene Orte, wo Du das wirkliche Leben triffst. Wie jetzt auf diesem Felsen, wo Du in die Weite schaust, dorthin wo die Menschen sind. Traurig und verloren.

Warum sind sie nicht hier bei dir?

Hier brauchst man nichts. Wirklich. Alles ist da. Deine Fantasie entzündet eine Kettenreaktion unendlicher Ideen und grenzenlosen Visionen, welche Du auf deinen nächsten Reisen antreffen wirst.

Sie geben dir alles, um dein Leben zu leben, wie Du es dir immer erträumt hast.

Kommt doch auch hierher.

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Moses
Ein genialer Bauingenieur. Er hat die erste Fussgänger-Passage quer durch das Rote Meer realisiert. Seine Pläne sind in einem Dornbusch verbrannt. Seither müssen wir uns durch Tunnels und über Brücken quälen.

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FIFA
Weltfussballverband. Er organisiert Fußball-Wettbewerbe, unter anderem die Männer- und die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft. Sepp Blatter der President des Verbandes ist der schlaueste Fussballer. Er kennt alle Tricks. Z.B. wie man Gegenspieler ins Leere laufen lässt. Er ist der König des unsichtbaren Fouls. Er weiss wie man als Verlierer-Mannschaft Spiele gewinnt, ohne mit der Wimper zu zucken. Hat er jetzt sein erstes Eigentor geschossen? Gooooooaaal!

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Die Militär-Akademie

Ein zivilisierter Staat führt solche vom Gesetz legitimierten Institutionen und Bildungsstätten. Das Volk hat sie wortlos anerkannt.

Wirkliche Männer studieren dort das töten und hinterlistiges abschlachten, bis hin zur geheimgehaltenen Massenexekution. Ihr angeeignetes Wissen nutzen sie auf den Schlachtfeldern. Sie verführen naive, ungebildete Soldaten dazu, dem Ruf des Vaterlandes zu folgen um gegen jeden Nachbarn in den Krieg zu ziehen. Auch wenn dieser sich in einem anderen Kontinent befindet.

Dies, obwohl man seit langem am Strand des Feindes Ferien bucht, Verlobte besucht, Einkaufstouren führt, Partnerfirmen teilt, über dieselben Witze lacht oder einfach mit FaceBook verbunden ist.

Die Militär-Akademie hat auch die Sprache des Krieges verfeinert. "Kollateral-Schaden" zum Beispiel klingt wie "Unordnung im Kinderzimmer". Wir naiven, ungebildeten, ohnmächtigen und irregeleiteten Bürger, glauben dies. Und alle anderen Lügen ebenso.

So glaubt der Patriot, dass der Präsident nur in einem Bunker sicher ist. Es braucht einen einzigen Überlebenden, der vom Sieg berichten kann. Wer kann das besser als der Präsident?

Wieso und warum will das jemand werden? Kann man damit ehrlich leben? Gibt es einen der unvergessen ist? Nicht wegen den Schäden, die er hinterlassen hat. Vielmehr einer, den man immer wieder wählen würde. Dahinter findest Du die wahren Antworten.

Übrigens, Pygmäen und Aborigines kennen Militär-Akademien nicht. Auch keine Grenzen. Was man fortschrittlich nennen darf.


2015, eine Vision
Du besuchst die vom Volk gegründete Akademie des Friedens, wo alle ihre Entwicklung fördern und kultivieren können. Was mehr Sinn macht, als das geschilderte Gegenteil. Die Zeit ist reif. Machst Du mit? Frag auch deine Kinder danach.

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Das wirklich gelebte Leben
So ist es. Du stehst auf dem Drahtseil. Es gibt zwei Richtungen. Sich auf dem Weg umdrehen ist heikel. Der Weg vor dir ist lang und unberechenbar. Unter dir findest Du diese wunderschönen Landschaften. Ihre Flüsse und Seen. Hügel und Dörfer. Städte und schneebedeckten Berge. Alle Wunder dieser Welt.

Du kannst bleiben wo Du bist
Oder Du bewegst dich vorwärts. Beides ist nie falsch. Bleibst Du, kann es langweilig werden, oder Du wächst mit den wechselnden Jahreszeiten und dem Wetter, den Lichtern durch den Tag und wahrend den Nachtzeiten. Mit allem was die Natur dir offenbart. Oder Du betrachtest diese Wunder in deinen Pausen von unterwegs. Langweile wirst Du nicht erleben.

Was immer Du tust,
ist deine Entscheidung. Ob Du krank wirst und früher vom Leben Abschied nimmst, ob Du ein geruhsames oder ein langweiliges Leben führst oder abstürzest. Am Schluss bleibst Du immer die Person, die anderen in Erinnerung bleibt. Als Mensch.

Einzig der Kollaps
unseres traumhaft schönen Planeten, verursacht durch uns alle, kann dir einen Strich durch die Rechnung machen. Es wäre schade um all die Mühen von vorher.

Niemand könnte sich dann an dich und an anderes erinnern.

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Lieber Papst, stellvertretender Gott

dein oberster Chef hat mir beim beten zugehört. Jetzt bin ich auf dem Weg nach Amerika, was schon immer mein Traum war.

Nun sitze ich im Terminal, in Los Angeles,
und halte das TIME-Magazin in Händen. Verwundert lese ich über Mekka, dem heiligen Ort einer anderen Religion.

Unser Padre Giovanni aus Peru,
hat uns nie davon erzählt. Hätte er das damals getan, würden wir heute anderen Religionen mit Respekt begegnen. Er hat damit auch meine Wahl der Religion verwehrt. Wem kann ich jetzt noch glauben?

Wo und wer ist mein Gott?
Dafür haben wir singen und beten gelernt. Geholfen hat das nicht. Er hat auch von der Hölle gesprochen, wovor wir viel Respekt und noch mehr Angst hatten. Ich hätte gerne interessanteres über Gott erfahren, etwa was wir mit Liebe alles erreichen können.

Mekka ist auch kein Staat
wie der Vatikan es ist. In Rom nämlich wohnen nur Menschen, welche die Schule besucht haben und sich die Miete leisten können. Die Hungernden, die Armen und Kranken leben und betteln auf den Strassen. Jene nämlich, um die sich Christus gekümmert hatte.

Nun, mein lieber Papst, Du magst ja ein netter Kumpel sein, ich habe mich jedoch entschieden Abstand zu nehmen von Rom. Nimm es mir nicht übel.

Übrigens, das mit der Hölle
ist eine der Un-Wahrheiten, welche der Vatikan den Gläubigen predigt.

Also dann Herr Papst, ich fliege jetzt weiter nach New York.
Ciao

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Die Feuerpause
Im Konflikt zwischen Ländern dient die Pause dazu, Tote zu begraben, Munition zu beschaffen und Waffen nachzuladen, um für die Fortsetzung des Massakers an unschuldigen Menschen bereit zu sein.

Sie dient auch dafür, dass die Mitarbeiter der Medien und deren Konsumenten ihren Wagen anders parkieren oder auf's Klo gehen können. Auch die müssen mal Pause machen, oder etwa nicht?

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Erinnerung aus der Zukunft
Ein Schatten gleitet leichtluftig über die unberührte, grün-blaue Landschaft. Er bewegt sich so geruhsam wie ein Wanderer auf seinem geliebten Pfad. Sein Flug über die Unebenheiten am Boden, macht den Eindruck als tanze er über die Landschaft. Über dem Wasser verzaubern die kräuselnden Wellen seine Form in ein anmutiges Flimmern. Das Fahrzeug bewegt sich jetzt Richtung Urwald.

Der Kapitän steuert das Schiff mit seinen Gedanken. Mit nichts anderem. Dieses Raumschiff dessen Schatten über die Landschaft eines uns unbekannten Planeten gleitet, hat einen Durchmesser von fünf Meilen. Sein Rahmen ist aus dunklen Material gebaut. Dieser schluckt das Licht und macht seinen Schatten zum dunklen Begleiter der fliegenden Plattform. Sein Boden ist aus Glas gestaltet. Vollständig durchsichtig. Will man die Landschaft näher betrachten, denkt man sich das einfach so aus und schon ist deren Vergrösserung durch den Glasboden sichtbar. Für den Bewohner aus einer rückständigen Zeit, wie dem Atomzeitalter, braucht dies eine Angewöhnungszeit.

Die Menschen, welche zusteigen, begrüssen sich mit freundlichem Lachen. Da ist kein Laut zu hören. Alle verständigen sich mittels Gedanken. Mit einer Sprache, welche sich nicht aus Worten und Sätze zusammen setzt. Vielmehr sind es Bilder, solche die unvergleichbar sind mit jenen aus Frühzeiten der Menschheit. Ein einziges Bild beinhaltet mehrere Sätze oder oft eine ganze Geschichte. Diese Bilder werden im Gespräch ständig von nachfolgenden Bildern abgelöst. Wenn Menschen hier zusammen sind, gleicht es einem Treffen in einer Kunstgalerie. Diese Sprache darf man als individuelle Kunstwerke betrachten, die der Charakteristik einer Künstlerhandschrift entspricht. Die Darstellung der Bilder übertrifft jede menschliche Fantasie.

Diese Art des Austausches kennt keine Langeweile. Sprechen in Bildern ist eine Kunstform und alle hier sind Gestalter. Zu erwähnen ist, dass man sich hier nie über Geschehenes, oder Vergangenes unterhält. Man kreiert aus Freude andauernd neues. So ist alles unberührt und so erfrischend neu. Small Talk oder Klatsch entsteht so nie.

Der Kapitän wandert auf der gläsernen Plattform umher und beobachtet die Route seines Fahrzeugs. Eine Kommandozentrale gibt es nicht, weil der Begriff "Kontrolle" nicht verstanden wird. Zwischendurch schaut er zu seinen Passagieren und tauscht Bilder mit ihnen aus. Was immer gute Laune kreiert.

Der Mitreisende, ein geladener Gast aus der Frühzeit, fragt den Kapitän nach etwas essbarem, was Erstaunen auslöst. Erst nach intensiver und bildhafter Beschreibung mit Hilfe der Arme und Hände wird sein Wunsch verstanden. Enttäuscht wendet der sich ab, weil sein Appetit nicht gestillt werden kann. Deshalb denkt er an eine Rückkehr in seine bequeme Frühzeit.

Ein Blick auf die Menschen jedoch ändert seine Idee. Etwas hält ihn hier gefangen. Seine Erlebnisse auf dieser Reise haben ihn mit Friede und Gelassenheit erfüllt, was er sich seit langem schon sehnlichst herbei gewünscht hatte.

Soll er zurück in das Atomzeitalter, wo man immer alles haben kann? Wo man alles mühsam und mit unberechenbaren Schäden an allem und allen erkaufen muss. Wo weder Friede noch Harmonie herrscht. Wo Menschen sich nicht vertrauen und sich auch nicht beistehen?

Dies hier ist doch erstrebenswert, wenn es auch mit dem Verlust der eigenen, unbeholfenen und verarmten Sprache verbunden ist und wo man sogar die Vergangenheit unbeachtet lässt. Und wie er selber erfährt, wo Menschlichkeit mit Sicherheit von Herzen kommt.

Ja, das will er. Er bleibt. Keine Rückkehr im Sinn.

Gut gemacht.

Neverlasts.jpgNichts dauert Ewig

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Die Sekte
Ein Trostpflaster. Es hält solange der Kleber aktiv ist.

Grillieren
Die Sonne brennt wie Holzkohle, die Würste schwitzen, Hunde bellen, Kinder schreien wie am Spiess, Moskitos spielen Kamikaze, Schweiss rollt über die Bäuche, rauchig schmeckt die Luft, die Mägen knurren, das Bier wartet kühl und geil, kein Papier auf dem Klo, die Spülung blockiert, alles ist voller Fliegen, der Duft unerträglich, das Wasser abgestellt, die Handtücher gestohlen, dein Nachbar flucht schon wieder ohne Grund, - das wird ein toller Grill Tag.

Dem Montag stehen die Haare zu Berg.

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Aus der Geschichte der Menschheit

Als Höhlenbewohner mussten wir teilen und tauschen um überleben zu können. Alle assen verbranntes Fleisch und trugen die gleichen fettigen Kleider. Die Bastler stellten Speere und Schneidewerkzeuge her. Die Jäger sorgten für die Lebensgemeinschaft. Die Frauen machten was die Männer von ihnen verlangten. Dicht am Lagerfeuer sassen die Führer und frassen was sie konnten. Wir mussten hinten sitzen, frieren und auf die Zähne beissen. So haben wir gelernt gerecht zu teilen.


Später haben die Menschen Zelte gebaut, die Jagd verfeinert und das Kochen verbessert. Die Kleider sassen etwas enger, die Führer trugen Hörner oder Federn auf dem Kopf. Sie sassen immer noch am Lagerfeuer und frassen was sie konnten. Die Frauen machten immer noch was die Männer von ihnen verlangten. Es gab immer noch kein Fernsehen. Wir sassen immer noch frierend im Dunkeln und haben auf die Zähne gebissen. Teilen macht halt Spass.


Heute benehmen wir uns immer noch wie zu den Frühzeiten. Alles ist gleich geblieben. Anstatt Felle tragen wir Designer Klamotten und machen Kreuzworträtsel. Wir essen im Kult Restaurant, wir haben die Arroganz kultiviert und die Frauen müssen immer noch tun was Männer von ihnen wollen. Nur ihr Zahltag hat sich verbessert. Alle die aus dem Krieg nach Hause kommen, müssen immer noch im Dunkeln sitzen. Dafür haben sie Heizung, Fernsehen, Mobile Phones und Internet bekommen. Jetzt schweigen sie endlich. Wir haben tatsächlich Fortschritte gemacht. Teilen bringt uns eben weiter.

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Es muss mehr geben im Leben. Richtig?
Es kann nicht sein, dass die Schöpfung derart banal ist.

Das Universum ist doch grenzenlos
Und trotzdem kommen wir nicht weiter als zum Kühlschrank.

Lieber hegen wir Furcht und hätscheln die Unsicherheit
Wir tändeln mit der Langeweile und liebkosen die Ignoranz.

Das lehrten uns die Eltern
Der Lehrer und die Kirche ebenfalls. So läuft das eben. Dafür gibt es Lohn. Den haben wir verdient.

Damit kaufen wir dreissig Tage Glück
Sex, Drogen und Fun. Ohne denken zu müssen. Der nächste Zahltag kommt bestimmt. Für das gleiche Stück Glück. Stück für Stück. Ohne Ende.

Ich aber will mehr
Ich will die Unendlichkeit ergründen. Ich will die Erfahrung aller Erfahrungen erfahren. Ich will ohne Ende die Endlosigkeit leben.

Hallo, ist noch jemand da?

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Kommst Du am Ende des Universums an,
hast Du mit Sicherheit dein Leben verpasst.

Erkennst Du jedoch die verborgene Tür,
meldet sich auch dein Leben zurück.

Gehst Du von dort in die Weite hinaus,
triffst Du zum ersten mal auf die Endlosigkeit.

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Das Titelbild eines Modeblattes
ist für dich undenkbar.
Das hast Du mir selber gesagt.

Dafür hast Du den Platz in meinem Herzen besetzt
Das war meine Antwort an dich.

Übrigens das Titelbild
ist im Abfall gelandet. Recycelt und vergessen.

Ein neues wartet im Kiosk
für ein kurzes Stelldichein in dieser banalen Welt.

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Aus der Geschichte

Die Feldherren aus früheren Zeiten
haben ihre Truppen selber angeführt. Beritten, bereit für die Schlacht und mit dem Schwert zu kämpfen.

2014 sitzen die Feldherren im Bunker
vor dem Fernseher und lassen sich die Videos von der Schlacht per Drohne zuspielen. Verlieren sie die Schlacht, reissen sie aus.

Wo sind die Feiglinge?
Die Führer welche einiges abkriegen und ihr Leben lassen? Oder sind es die Führer von 2014, die zuschauen, wie ihre Kinder auf dem Schlachtfeld verbraten werden?

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BUSINESS AS USUAL
Kann ich an ihren Tisch sitzen?
frage ich den Herrn im Starbucks Café. Klar, nehmen sie Platz. Ich setze mich hin und stelle meinen Café ab. Der Sitznachbar wählt grad eine Nummer auf seinem Mobiltelefon.
So etwa 99.99 US Dollar schätze ich
Billig und laut. "Alcatraz, seine Tätowierung am Hals passt dazu. Er blättert durch einen Stapel zerknitterter Papiere. Sie sind übersäht mit fettigen Flecken und am Rand eingerissen.

Business_as_usual.jpgEine Kuh muss sie gekaut haben
Seine offene Nylon Mappe steht unter dem Tisch. Gefüllt mit weiteren Papieren. Er beendet grad seinen Anruf, "Also, ich rufe nächste Woche an". Dann schaut er hinüber zum Nachbar.
Da sitzt er, sein Kollege
Der muss die gleiche Kuh kennen. Sie hat auch seine
Papiere durchgesehen.
Es sind wahre Kunstwerke
Randvoll mit Lettern bekritzelt. Weisser Raum findet man nur in wenigen Vokalen. Alles andere überlappt sich.
Wer sind sie?
Mein Gegenüber könnte ein Boxpromoter sein. Schwarze, pomadisierte Haare, nach hinten gekämmt. Tätowierung am Nacken, Grau-grüne Zähne, viel Schwarz unter den Fingernägeln. Offenes Hemd über den Jeans.
Die Schuhe?
Eine Beleidigung für die Schuhwelt. Die Socken sind noch in der Wäscherei.
Sein Kollege am anderen Tisch?
Müsste ein Boxer sein. Etwas vergilbt, also ein ehemaliger. Sein grauer Trainingsanzug ist eine Nummer zu gross. Wahrscheinlich waren es auch seine Gegner.
Also kein Champion
Beide sind auch nicht erfolgreich. Sie rufen immer zur falschen Zeit an. Das sind ihre eigenen Worte, "Also dann, nächste Woche" und "Kann er mir zurückrufen" oder etwa so, "In den Ferien?, aber auch "Ah, beim Lunch" oder so, Was, nicht mehr in der Firma?", wie auch so, "Wann ist er wieder erreichbar?" Und viel ähnliches.
Sie haben kein zuhause,
keine Firma, kein Büro, keine Kunden und keinen Verdienst. Starbucks ist ihre Welt. Tagsüber, nachts schmieden sie ihre Business Pläne im Obdachlosenheim.


Das ist Amerika
Man lässt jeden leben wie es ihm gefällt. Passieren kann ja nichts. Die Welt ist ja schon längst bankrott.

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EU
Spielcasino in Brüssel, wo nur Verlierer gewinnen.

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Bewusstsein
Ein Begriff der aus dem Lexikon gestrichen wurde. Es ist mit Fernsehen ersetzt worden.

Der nächste bitte
Der Unbekannte erschien nach Arbeitsschluss. Der Arzt war gerade am Lichter löschen, als er das Geräusch vernahm. Er blickt zur Tür und erkennt im Halbdunkel den Mann im schwarzen Anzug. Gross, schlank, mit einem Lächeln über das Gesicht.

"Ich hab was für sie"
sagt er. "Ein Wunderheilmittel". Der Arzt lacht, winkt ab und antwortet, "Kennen wir alles schon, verkaufen Sie es dem lieben Gott".

"Ihre autoimmune Erkrankung
ist unheilbar. Nichts hilft mehr, sie wissen es", sagt der Unbekannte. "Ich weiss, ich weiss", meint der Arzt mit zittriger Stimme. Er streckt die Hand aus, "Dann geben Sie mir halt das Medikament".

"Es heilt alles
und für immer", bemerkt der Besucher. Der Arzt, mit einer Spur Hoffnung, "Meinen Sie das im Ernst?".

Er sucht nach der Packungsbeilage
"Keine da", sagt der Unbekannte. "Das lesen dauert länger als die Heilung stattfindet".

Der Arzt greift sich die Kapsel
und schluckt sie. Glücklich springt er in die Luft. "Einmalig, Wahnsinn". Er tastet sich ungläubig ab und ruft,

"Ein Wunder, ein Wunder"
Der Mann im schwarzen Anzug lächelt und gibt ihm die Medizin, "Heile damit alle deine Patienten, die Medizin reicht in alle Ewigkeit", dann verschwindet er im Dunkel des Abends.

Am nächten Tag
der Warteraum ist überfüllt. Alle hoffen auf ein Wunder. Wie immer.

"Der nächste bitte"
Der Arzt begrüsst den ersten Patienten und fragt, "Was bringt Sie in meine Praxis?" Er blickt ihm in die Augen und meint, "Wir nehmen jetzt eine Blutprobe, machen ein Röntgenbild und senden Sie zum Spezialisten. Dann sehen wir weiter".

"Was war das für ein Geräusch?
fragt der Patient. Der Arzt blickt verlegen weg. "Hier ist es wieder. Ein Seufzen?" Der Arzt schaut verlegen auf das Wundermittel. Mit Scham erkennt er die Quelle des Seufzers und meint, "Ach das muss wohl von draussen kommen". Der Patient nickt und zeigt ihm die Zunge. Nicht aus Verachtung, was viele angenommen haben. Vielmehr um zu prüfen ob sie krank aussieht.

Das war ein ertragsreicher Tag
Der selbstlose und für immer geheilte Arzt fährt müde nach Hause. Auf dem Beifahrersitz die Abrechnung des heutigen Tages.

"Es hat sich wieder gelohnt",
denkt er, "bald ist mein Boot bezahlt".

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Alles Gratis!
Gratis Zeitung! Gratis Zeitung! ruft der Narr am Bahnhof.
Passanten eilen an ihm vorbei, zur Arbeit oder nach Hause.

Der Narr ruft und lacht spitzbübisch,
"Alle Lügen auf einen Blick".
Er schwingt seine Hüfte und dreht sich im Kreis. Er winkt mit der Zeitung und ruft,

"Alles Gratis. Ohne Schmerzen".

Die Passanten bleiben stehen. Diejenigen, welche zur Arbeit wollten und die anderen, die nach Hause eilten. Es bildet sich ein Kreis und alle rufen im Chor,
"Alle Lügen auf einen Blick und immer schön in roter Farbe".

Der Kreis wird grösser, das rufen lauter,
"Immer Gratis. Ohne Schmerzen",
seine Bewunderer singen jetzt im Refrain,
"Immer Gratis. Ohne Schmerzen". Alle Lügen aufgedeckt.

Am nächsten Tag ist der Narr verschwunden.

Ein Neuer bietet die Gratis Zeitung an. Seine heutige Schlagzeile, "Der Narr wird zum Präsidenten des Landes gewählt.

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David Copperfield
hat sich mit einem neuen Trick in Luft aufgelöst.
Vergebens wartete das Publikum auf sein wieder erscheinen.
Heute ist er als vermisst gemeldet.

In Jaipur, im Staat von Rajasthan, ist ein Bettler aufgetaucht, der jedes mal ein Kaninchen aus seinem Ärmel zieht, wenn ein Kind ihm ein Almosen in den Hut legt.

Und aus dem Nichts hört er immer wieder dieselbe Stimme, "Ich hatte dich gewarnt, den Trick auszuführen, aber hast nicht auf mich gehört. Damit hast Du alle deine Wünsche verbraucht. Nutze die Chance und mach dich wieder zum Zauberkünstler".

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Amerika und seine innere Sicherheit
In Amerika weiss jeder, dein Kind fährt aus Sicherheitsgründen mit dem Schulbus zur Schule.

In Amerika weiss niemand, in welcher Schule ein pädophiler Lehrer auf dein Kind wartet.

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