Asphalt Kau-Boy
Meine Gedanken kreisen um einen Café au Lait, einem getoasteten Baguette und einem . . .
ups, was ist denn das?
Mein rechter Fuss klebt auf dem Gehsteig.
Mit aller Kraft ziehe ich ihn weg. Zwischen Asphalt und meiner Schuhsole spannen sich klebrige Fäden. Aha, das ist die Kombination von Zucker, Polyisobuten, Aluminiumoxyd, Kieselsäure oder Zellulose, zusammen mit einem Weichmacher und wahrscheinlich auch Feuchthaltemittel und Antioxidantien, durchmischt mit Aromen, Säuren, Farbstoffe und Emulgatoren. Scheusslich!
Ich ziehe nochmals. Die Verbindung zum Boden reisst ab. Jetzt nur nicht zurück auf den Asphalt. Auf dem linken Fuss balancierend, gedanklich nahe der Lösung für meine Misere, hüpfe ich zur nächsten Strassenlaterne. Die gibt mir Halt, um einfüssig der klebrigen Masse Zeit zu geben, um zu trocknen.
Es dauert eine Weile. Dieses widrige Monster zeigt mir seinen schlechten Charakter und bleibt einfach kleben. Was ist der Trick, es los zu werden? Der Gedanke an Café au Lait und einer mit Marmelade bestrichenen Baguette geben mir die erforderliche Kraft, mich zu befreien. Geschafft! Die Masse bleibt am scharfen Gehsteigrand kleben.
Hallo Café und Baguette, ich komme.
Wer hat den Kaugummi erfunden?
„Was ist denn geschehen?", fragt mich George, der Bistro-Besitzer. Welch herzhaftes Lachen uns die Geschichte beschert.
