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Rot und schön
Spieglein an der Wand, wer ist so schön und rot in unserem Land?
Du bist es. Eine Schönheit mit inneren Werten.
Immer bist du für mich da, beklagst dich nimmer, erwartest nicht mal ein Dankeschön. Keine Anforderung ist dir zu gross. Erinnerst du dich der schweren Momente, die wir zu bestehen hatten? Es war Mitternacht in Hongkong, als ich den Wohnungsschlüssel nicht mehr fand. Oder auf der Autobahn in Frankreich, als unser Motorrad streikte. Jedesmal hast du mir aus der Patsche geholfen. Auf dich ist stets Verlass.
Deinen Talenten und Stärken zum Trotz, nie kriegst du den Grössenwahn, nie drängst du dich in den Mittelpunkt. Alle lieben Dich. Einige ketten dich sogar an, um dich ja nicht zu verlieren.
Das Brot schneidest du mir in Scheiben und streichst die Butter drauf. Du öffnest Bierflaschen und ziehst Korken. Du schneidest Holzspäne, auf dass das Lagerfeuer entfächt. Du vierteilst die Enden des Cervelats, dass er beim Braten wie ein Schweinchen die Beine von sich streckt. Nichts ist dir zu banal um nicht gemacht zu werden.
Nach dem Essen räumst du die Speisereste aus den Zahnzwischenräumen. Du reinigst meine Fingernägel und feilst sie in die richtige Form. Steht unverhofft eine Einladung an, hilfst du mir beim Überraschungsgeschenk, machst mir einen Scherenschnitt und zupfst mir noch ein paar Augenbrauen, auf dass auch ich eine gute Falle mach.
Mein Schweizer-Sackhegel, ich liebe Dich.
© 2006 Peter Kunz





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Tipp aus dem 15. Jahrhundert
«Tritt frisch auf, tu's Maul auf, hör bald auf. »
Martin Luther
Als Werbetexter hätte er es wohl weit gebracht. Schade.

Keep your cash in your pockets

Hat das jemand gehört?
Wer will sich die Finger verbrennen?
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Der Mensch ist ein beschränktes Wesen . . .
. . . unsere Beschränkung zu überdenken, ist der Sonntag gewidmet.
Johann Wolfgang von Goethe, wie recht Du hast. Du hast mich überzeugt und ich bin bereit, über meine Beschränktheit nachzudenken.
Mit einem einzigen Sonntag ist es allerdings nicht getan. Erst muss ich meine Beschränktheit akzeptieren lernen, was gewiss nicht leicht ist. Und wie gross ist denn diese Beschränktheit? Es wird einige Zeit dauern, mich deren Grösse bewusst zu werden. Noch schlimmer steht es um Anerkennung des Schadens, den ich in meiner Beschränktheit angerichtet habe.
Zudem ziehe ich das sonntägliche Fussballspiel dem Zitatelesen vor.
© 2006 Peter Kunz