" /> Simply-Ideas. Aus New York City, Texte, Geschichten, Erlebnisse, Fotos, Fantasien und anderes: September 2008 Archives

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Das Montagsauto
Schon gehört davon? Oder am Ende bereits eines gekauft? Schade, das tut mir wirklich leid für Sie.

Kaufen Sie sich doch eine Freitagstasche. Der Name verspricht mehr als einen Wochenendsausflug. Sie erhalten Freiheit geschenkt.

Sie braucht kein Öl, keine Reifen, auch keine Versicherung. Geben sie ihr die Schulter und sie bleibt ewig an Ihnen hängen.

Sie macht Freude und gewinnt Freunde. Die Konkurrenz ist sprachlos. Nicht nur am Montag spricht man davon.
Sie ist robust und belastbar. Sie ist wasserdicht, trägt alles mit sich, klagt nie und lässt sich mit Benzin abwaschen.

Womit wir wieder beim Auto sind, was ich eigentlich nicht wollte.
Also weg davon.

Man kennt sie in den Anden und in Auckland, man trägt sie in Kapstadt und in Rovaniemi. Sie schlagen damit ein Rentier in die Flucht oder machen ein Krokodil unschädlich.

Freitag, ein typisches Schweizer Produkt. Passt perfekt. Hält ewig und führt den Trend an. Schönes Wochenende.

Der Peruaner aus Chuco
Mein kaputtes Objektiv erinnert mich an seinen Ersatz.

Also fahre ich zum Foto-Discounter. Beim betreten des Ladens drehen sich die ausgestellten Objektive in meine Richtung. Sie glitzern und lächeln mich charmant an, in der Hoffnung, ihrem Leben endlich Sinn geben zu können.

Das 28-300 mm gefällt mir gut, sehr verführerisch, auch das 35-135 mm, schaut vielversprechend aus. Aber lassen wir dem Herrn vor mir den Vortritt.

Er sucht eine simple Kamera, ohne Schnicke Schnack. Ich kann es nicht lassen und biete ihm meine Kenntnisse an. Nach dem Kauf, lädt mich der glückliche Kamerabesitzer zum Kaffee ein.

Er erzählt mir, dass er in Peru, in Chuco aufgewachsen sei. Auf 3000m Höhe, weit abgelegen vom nächsten Ort. Hier seien die Bewohner aus ihren Häuser gerannt, um das Postflugzeug zu sehen, das einmal im Monat, im Tiefflug, die Anden überflog.

Dieser fliegende Postbote und seine Destinationen waren der Gesprächsstoff bis zum nächsten Überflug. Das weckte Hugos Sehnsucht für die Ferne. Dieses Flugzeug sollte ihm helfen, seine Wissbegierde für Ferne Länder zu stillen.

Er hat seinen Traum realisiert. Jetzt grad erzählt er mir, wie wunderschön Zürich ist und dass ihn die Zugsfahrt durch die Schöllenen an die Anden erinnert hätte. Wellington, Macao, Paris, Barcelona und so viele andere Städte strickten wir in unsere angeregte Diskussion.

Er sei nach der Schule in die peruanische Armee eingetreten, wo es Sold gab und als Geschenk hätte er Disziplin und Ordnung gelernt. In Lima, beim Wache stehen auf einen Militärflugplatz, setzte er seinem Traum die Flügel auf. Einen Monat später sass er im Flugzeug nach Amerika. Chicago und ihre Börse wurde seine neue Heimat.

Vielen herzlichen Dank Hugo, dass du auch für mich in der Welt herumreist bist, deine Geschichte hat mich bereichert. Du bist Beweis dafür, dass unsere Träume eine realistische Seite haben.