Gospel Song
Der klapprige und zerbeulte Ospel Ascona hält brüsk an. Es ist Mitternacht. Der Regen peitscht auf den Asphalt. Der Himmel ist bewölkt und hilft der Nacht im Dunkel zu bleiben.
An der Ecke der 116ten und Madison Avenue, wo der Ospel Ascona jetzt steht, stehen einige Schwarze. Sie schauen zu wie der Passagier aus dem Ospel steigt. Mit einer Aktenmappe entschwindet dieser in der Kirche.
Minuten später erklingt die Kirchenorgel. Ein Gospel-Chor setzt ein. Die Männer draussen fragen sich, was da vor sich geht. So spät und an einem Montag.
Man spekuliert, wer der Mann wohl sei. Einer warnt sie vor Spekulationen. Das endet meistens mit einer Katastrophe. "Lasst uns in das Wageninnere schauen, vielleicht finden wir etwas aussagekräftiges".
"Da!", ruft einer, er sehe etwas rechteckiges, rotes am Boden liegen. Er wischt das Wasser von der Scheibe und klebt sein Gesicht an das Glas. "Ja', sagt er atemlos, er erkenne ein weisses Kreuz an der oberen Ecke. Was das wohl sein könnte, meint er.
Die anderen drängen sich an die Scheibe. Sie wollen einen Blick erhaschen. "Ein Schweizer Pass?", rätselt der älteste. In diesem Moment reisst die Bewölkung auf und lässt den Vollmond für wenige Sekunden ins Wageninnere leuchten.
Einer erkennt das Post-it mit dem schwer entzifferbaren Text. Marc.l Osp.l, UB. und 044 784 .. .. und schon verdeckt eine riesige Wolke dem Mond die Sicht nach unten. Es wird wieder mächtig Dunkel.
Ein rattern lässt die Männer um sich blicken. Da, ein Abschleppwagen fährt heran und hält neben dem zerbeulten Wagen. Sein Fahrer macht ihn bereit zum Abschleppen. Eine Viertelstunde später sind die Spuren verwischt. Der Ospel ist weg. Im Dunkel verschwunden.
Die schwarzen rätseln immer noch, als am Dienstagmorgen der Blick seine Schlagzeilen offenbart.
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