Glaube macht frei
Aldo sitzt in der Kirche. Erika, seine Frau, sitzt neben ihm. Der Pfarrer spricht von der Kanzel. Aldo hört ihn sprechen. Er denkt an die schöne Nachbarin. "Die will ich haben". Auch Erika hat gedanklich die Weichen gestellt. In Christinas Boutique bewundert sie eine Ledertasche. "Die muss ich haben".
Der Pfarrer räuspert sich. Niemand hört mehr zu. Aldo ist heiss. In Gedanken läutet er bei der Nachbarin. Erika zählt in Gedanken Ihr Erspartes nach. "Wird es reichen?" Aldo hat Glück. Seine Nachbarin steht im Türrahmen. Zum greifen nahe. "Ich bin Hilda", sagt sie. Seine Frau zählt nochmals nach. "Das reicht nicht. Scheisse".
"Hilda, haben sie eine Prise Salz für mich?", fragt Aldo scheinheilig. "Sicher, komm rein". Der Pfarrer blättert in der heiligen Schrift. "Heiliger Vater", beginnt er. Im Schlafzimmer schaut die Hilda in Aldo's Augen. "Heiliges Kanonenrohr", flüstert sie, "bist Du bereit für ein Scharmützel?"
In Christinas Boutique hat Erika einen Traum. Der erste Prinz von Indien kommt herein. Er sieht Erika und ist entzückt. Dann fällt er um, von ihrem Charme erschlagen. "Schade", sagt sie, "tot kann der kein Geld mehr ausgeben".
Aldo gewinnt die Hilda. Erika gibt auf. Vielleicht hilft mir beten. "Lieber Gott im Himmel, kennst Du Armani?"
"Ach was,
Amen".
