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Crazy Cab Driver
Ich habe im Taxi Platz genommen und frage den Chaffeur, ob er mit dem Sandwich in der Hand sicher fahren kann.

"Klar, ich habe im Krieg einen Tank gefahren".

"In welchem Krieg denn?", frage ich.

"Korea", war seine Antwort.

"Wieso hast Du gegen Korea gekämpft?"

"Das weiss ich doch nicht", sagt er.

"Wirklich nicht?"

"Nein, die sagten mir, ich muss gehen. Also fragst Du nicht, du gehst".

"Ja und dann habt ihr lhn auch noch verloren", bemerke ich."Wie alle anderen Kriege auch".

"Du bist mein Feind", knurrt er, "wenn Du das jemandem sagst, erschiesst er Dich und brennt dir das Haus ab".

"Ich bin Sam von Puerto Rico, bemerkt er nach einer kurzen Gedankenpause, "von wo kommst Du denn her?".

"Aus der Schweiz".

"Ach, das ist der Ferienort für reiche Leute".

"Genau", sag ich, "für solche, welche lhr Geld mit Waffenverkäufen gemacht haben".

"Du bist nicht nur mein Feind, auch der von Amerika".

"Jetzt erschiesst Du mich?", foppe ich ihn.

"Auf der Stelle, wenn ich eine Waffe hätte".

Am Zielort angekommen schaut er nachmir.

Ich lache und sag ihm, er sehe aus wie George Bush. Ob ich ein Bild machen darf, was er bejaht.

Jetzt lacht er und sagt mir, dass er mit Stars am Fernsehen aufgetreten sei und die Presse hätte Bilder von ihm gebracht.

"Fantastisch, das freut mich für dich. Besser als Krieg".

"Fuck you bastard", antwortet er mir lachend und meint, "I love you".

Ich vergesse, was mir auf der Zunge gelegen ist und lache mit ihm.

Er möchte ein Bild von uns beiden haben. Wir steigen aus und bitten einen Passanten, ein Foto zu schiessen.

"Jetzt bist Du mein Freund", sagt er und verabschiedet sich mit einer Umarmung.

"Krieg und Frieden liegen so nahe beienander. Verrückt, nicht wahr?

Gerog_Bush.jpg

Schau wer ich bin
Uuk sitzt auf seinem Lieblingsplatz. Er hat ihn als heranwachsender zum Hochsitz ausgewählt um seine Tagträume geniessen zu können.

Von hier aus hat er den Bewegungen der blauen und weissen Formen über sich beobachtet und den Flug des Raubvogels verfolgt, sein Blick ist der glühend roten Kugel gefolgt, wie sie auf ihrer Wanderung hinter den Hügeln verschwunden ist, bis das Schwarz über und um ihn den Nachhauseweg in Erinnerung gerufen hat.

Er hat nie daran gedacht, dass er es immer so haben wolle, er hat nie darüber nachgedacht, dass es einmal anders sein wird. Er war einfach nur da und fühlte Leben in sich.

Heute ist er 29 Jahre alt. Das weiss er nicht. Uuk kennt keine Zahlen. Keine Schriftzeichen und keine Zeit. Die Sonne ist seine Uhr. Die Höhle sein Zuhause.

Er hat Unsicherheit und Furcht erfahren, Gewalt ausgeübt, Gier gespürt, er kennt Hunger und Durst und wie sein Leben unerfreulich geworden ist.

Er blickt in die Ferne und sieht Oohm auf sich zukommen.

Jetzt steht er vor ihm. Etwas scheint anders zu sein. Uuk's Verstand kämpft mit dem Bild vor ihm und demjenigen, welches er von früher kennt.

Jetzt hat er's gefunden.

Oohm trägt eine Feder im Haar. Er sieht gefährlich aus. Dieser schaut auf Uuk herab und zeigt seine Zähne.

Uuk erschauert. Uuk ist tief beeindruckt. Er hat sich entschieden, sich die Feder zu nehmen.

Auf dem gemeinsamen Heimweg greift er sich einen Stein und versteckt ihn auf der von Oohm abgewanten Seite.

An einem nicht einsehbaren Ort schlägt er auf sinen Schädel ein. Viele male, bis Oohm zu Boden fällt. Er zieht ihm die Feder aus dem blutigen Haar und steckt sie sich in seine eigene Haarpracht. Sie ist von Blut getränkt und macht einen angsteinflössenden Eindruck.

Uuk schleift Oohm zum Abgrund und stösst ihn über die Kante. Er sieht ihn nach unten fallen und macht sich auf seinen Heimweg.

Die Sonne ist kurz vor dem untergehen, als er vor der Höhle auftaucht. Einige Frauen kreischen und fallen auf ihre Knie, als sie ihn erkennen. Kinder kommen nach draussen und tanzen beim Anblick des Federmannes. Die Männer stehen unsicher und schweigend da. Er weiss, es ist die Feder. Sie beeindruckt seine Artgenossen. Er weiss, er hat die Mach ergriffen.

Jetzt bin ich Jemand

Was ich vergessen habe . . .

Viele, sehr sehr viele Jahre später. Ulrich kommt von seiner Arbeit heim. Heute ist er 29 Jahre alt geworden. Es ist fünf Uhr abends. Das weiss er genau. Er trägt eine Blancpain "Tourbillon Perpetual Calendar".

In der Bank hat er sich seinen Bonus geschnappt, einen Armani-Anzug gekauft und sich einen neuen Haarschnitt machen lassen. Er fährt mit seinen brandneuen Maserati vor die Haustüre. Die Nachbarn hinter den Vorhängen beobachten ihn, wie er aus dem Wagen steigt. Tief beeindruckt. Er ist stolz. Das wird denen Respekt einflössen.

"Jetzt bin ich Jemand"

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Winnetou im Bundeshaus
Winnetou, der Indianer-Freund des Gesamtbundesrats schleicht um Peer Steinbrücks Haus. Da, ein Geräusch. Es kommt aus dem offenen Fenster im Parterre. Jemand hustet.

Winnetou entscheidet sich hier einzusteigen, Fury, sein TV-Pferd hat er hinter der Garage versteckt.

Winnetou steht jetzt im Schlafzimmer. Er hört unruhiges atmen. "Das muss ein alter und hässlicher Mann sein", denkt er. Sein Gespür sagt ihm, das da viel Wut im Atemzug steckt und eine beginnende Zahnfäulnis.

Um sicher zu sein, riecht Winnetou an der Bettdecke. Ja, es ist Peer Steinbrück. Er packt ihn an der Gurgel und mit dem Dolch in der Rechten schneidet er ihm das Skalp weg. Fünf Sekunden später galloppiert er davon. Sein Ziel ist das Bundeshaus.

Auf der Autobahn Hamburg-München galoppiert er nach Bern. Am frühen Morgen kommt er an. Fury ist Pflotschnass und fällt tot zu Boden. "Hundefutter", denk Winnetou und eilt zum Sitzungszimmer des Bundesrats.

Alle sind versammelt. Alle Klatschen, als Winnetou eintritt. Dieser zieht seinen Skalp aus dem Hosensack und schmeisst das Ding auf den Sitzungstisch.

Eveline Widmer-Schlump öffnet den Mund. "Chann ich das nach Hause nehmen?" Sie greift sich in die dünne Haarpracht, mine Coiffeuse chan das in mein Haar einarbeiten. Im Moment ist es zu licht".

"Nei, Nei, das nimm ich nach Hause, ruft Ueli. Mein Hund spielt gerne mit altem Spielzeug". Er klopft sich lachend auf den Schenkel.

Pascal steht auf, "Pourquoi pas mois, mit diese Lappen kann isch damit mine Image aufpolieren, gell".

Nun ist der Streit entfacht. Moritz beansprucht das Skalp für sich, "Das muss man recyklen".

"Verdammt nochmals", meint Hans-Rudolf, "denkt niemand an mich?" Er zeigt auf seine Glatze und sagt, "Muss ich noch mehr sagen?"

Haben sie disch auch skalpiert, Hans-Rudolf?", fragt Micheline unschuldig. Alle lachen. Ueli meint, "Das ischt ja sauluschtig im Bundesrat, lasst uns Pizza und Bier bestellen".

"Nei, scho wieder so ein Seich", klagt Moritz, "wänn schon, dann französischer Wein". "Exactement", fällt ihm Couchepin ins Wort.

Jetzt spricht Winnetou. "Hugh, ich bin doch nicht für Nichts nach Hamburg geritten. Mein Arsch tut jetzt noch weh. Reiten auf der Autobahn ist hart, Fury ist kein BMW und ich kann kaum noch stehen. Durst habe ich auch".

"Also doch Bier und Pizza", schreit der Ueli.

Couchepin tritt von hinten auf Winnetou zu und fragt, "Hascht Du armes Indianer denn kein Krankenkasser?" Er zeigt Mitleid und bringt sie auch zum Ausdruck, "Komm, isch desinfisziere die Arschbacke und lege eine Verband an. Musst mir nicht bezahlen".

Doris hat zugehört und meint, "Winnetou, lass mich deine Hand halten, denn das wird höllisch brennen". Winnetou schaut ihr verklärt in die Augen und sagt, "Doris, Du bist Wunderbar, dafür ich lade Dich ein zu mir an den Silbersee, da gebe ich Dir Reitstunden".

"Ja, aber gell, Du bindest mich nicht an den Marterpfahl?", antwortet sie mit zitternder Stimme. "Nein, nein Doris, dafür nehmen wir den Moritz Leuenberger mit seinem Schmerzverzerrten Gesichtt. Der passt perfekt und vermissen wird ihn sowieso niemand".

Beim Zahnarzt in NY

Im Wartezimmer stehen Kaffee und Kuchen bereit. Eine Dame schlurft herein. Sie komme zufällig vorbei, bemerkt sie und fragt, "Kann ich den Doktor sehen?".

Er sei an der Arbeit, sie solle Platz nehmen und warten, antwortet man ihr.

Sie murmelt, schaut auf den Kaffee, den Kuchen und auf die Früchte. Dann greift sie sich ein paar Traubenbeeren und schiebt sie sich in den Mund.

Ihr Blick schweift über das Wartezimmer. Dann grabscht sie die Früchte und packt sie in ihre Tasche.

Ein letzter Rundblick und sie packt den Kuchen. Den lässt sie unbemerkt-elegant in Ihre Tasche fallen. Sie geht zur Reception und sagt. "Also dann, ich komme später nochmals vorbei".

Vive_la_diffrance.jpgVive la vie françcaise - expérience la différance

Imagine
Stell dir vor . . .

. . . es gäbe keine Grenzen,
nichts wofür man Kriege führt,
stell dir vor . . .

Mit John Lennon's Lied im Kopf
lasse ich meine Gedanken wandern.

Wem begegne ich auf meinem Weg?

Der Unsicherheit, die sich versteckt.
Der Angst, die starr verharrt
und der Traurigkeit, die langsam stirbt.

Ich ahne die Grenzen, die keine sind,
ich folge der Freude auf ihrem Weg
und treffe die Vision mit Zuversichtt.

Die Vision kennt keine Grenzen,
nicht's kann uns aufhalten,
ausser wir selbst.

Oder wie John Lennon es sagt:
"It's easy if you try."

NY_Street_Scenee.jpg

Man_Eating_New_York.jpg

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Kein Geheimnis mehr

Heute Donnerstag um 04.45 haben amerikanische Sondertruppen die Schweiz besetzt. Das Bundeshaus wurde von 3 Marines gestürmt und von der Aussenwelt vollständig abgeriegelt.

Bundesrat Couchepin hat eine Angstattacke mit Durchfall knapp überlebt. Er liegt im Kindespital, von einer Sonder-Agentin bewacht.

Moritz Leuenberger hat sich auf der Damentoilette versteckt und mit geschminken Lippen als Putzfrau ausgeben.

Ueli Maurer hat die Eindringlinge mit seinem Schweizer Sackmesser gestellt. Dämlicherweise hatte er den Korkenzieher ausgeklappt. Die Marines haben ihm verziehen.

Hans-Rudolf Merz ist ohne mit den Wimpern zu zucken übergelaufen. Er redet immer noch . . .

Unsere 3 Frauen sind als harmlos nach Hause geschickt worden.

Über das Radio ruft Christoph Blocher zum Widerstand auf. Er verspricht allen Männern ein Paar Cervelats mit Originalhaut und Gratis Moscht bis ans Lebensende.

Die sieben Bundes-Zwerge

Schneewittchen kommt trällernd nach Hause. Sie macht einen fröhlichen Eindruck. Was sie nicht sieht ist der böse Wolf im Gebüsch. Er ist neu im Revier und ganz schwarz. Er hat etwas im Sinn.

Auch die sieben Zwerge ahnen nichts. Sie begrüssen Schneewittchen mit einem Ringeltanz. Für so viel Lebkuchen tut man alles.

Hans-Rudolf hält ihre Hand und begleitet sie in's Lebkuchenhaus.
Ueli ist hellwach, als er mit ihr ins Haus tritt. Man weiss nie. Feinde sind überall.

Pascal bleibt draussen. Er reisst sich einen Lebkuchen von der Fassade und setzt sich in den Schatten. Da schiebt er sich das süsse Stück in den Mund. Gesund ist es ja nicht, geht es ihm durch den Kopf. Was soll's, der Bund zahlt ja die Krankenkasse.

Eveline, Micheline und Doris singen die Landeshymmne und tanzen Ringelreihen.

Schneewittchen verteilt den täglichen Lebkuchen.
Als Geschenk überreicht Moritz ihr sein neuestes Werk, "Kleines Steuer-Paradies".

Alle sind glücklich und gehen in's Bett. Wie immer alleine.

Der Wolf schaut dem Treiben zu und hat eine Eingebung. "Greenhorns", murmelte er und geht von dannen.

Am frühen Morgen ist er zurück. Er nimmt sich die Lebkuchen von der Fassade und schickt sie nach Amerika.

Unbeholfen schreibt er
Treasury Secretary
1600 Pennsylvania Ave NW
Washington, DC 20500

Die sieben Zwerge schnarchen sich durch den neuen Tag.

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