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Schau wer ich bin
Uuk sitzt auf seinem Lieblingsplatz. Er hat ihn als heranwachsender zum Hochsitz ausgewählt um seine Tagträume geniessen zu können.

Von hier aus hat er den Bewegungen der blauen und weissen Formen über sich beobachtet und den Flug des Raubvogels verfolgt, sein Blick ist der glühend roten Kugel gefolgt, wie sie auf ihrer Wanderung hinter den Hügeln verschwunden ist, bis das Schwarz über und um ihn den Nachhauseweg in Erinnerung gerufen hat.

Er hat nie daran gedacht, dass er es immer so haben wolle, er hat nie darüber nachgedacht, dass es einmal anders sein wird. Er war einfach nur da und fühlte Leben in sich.

Heute ist er 29 Jahre alt. Das weiss er nicht. Uuk kennt keine Zahlen. Keine Schriftzeichen und keine Zeit. Die Sonne ist seine Uhr. Die Höhle sein Zuhause.

Er hat Unsicherheit und Furcht erfahren, Gewalt ausgeübt, Gier gespürt, er kennt Hunger und Durst und wie sein Leben unerfreulich geworden ist.

Er blickt in die Ferne und sieht Oohm auf sich zukommen.

Jetzt steht er vor ihm. Etwas scheint anders zu sein. Uuk's Verstand kämpft mit dem Bild vor ihm und demjenigen, welches er von früher kennt.

Jetzt hat er's gefunden.

Oohm trägt eine Feder im Haar. Er sieht gefährlich aus. Dieser schaut auf Uuk herab und zeigt seine Zähne.

Uuk erschauert. Uuk ist tief beeindruckt. Er hat sich entschieden, sich die Feder zu nehmen.

Auf dem gemeinsamen Heimweg greift er sich einen Stein und versteckt ihn auf der von Oohm abgewanten Seite.

An einem nicht einsehbaren Ort schlägt er auf sinen Schädel ein. Viele male, bis Oohm zu Boden fällt. Er zieht ihm die Feder aus dem blutigen Haar und steckt sie sich in seine eigene Haarpracht. Sie ist von Blut getränkt und macht einen angsteinflössenden Eindruck.

Uuk schleift Oohm zum Abgrund und stösst ihn über die Kante. Er sieht ihn nach unten fallen und macht sich auf seinen Heimweg.

Die Sonne ist kurz vor dem untergehen, als er vor der Höhle auftaucht. Einige Frauen kreischen und fallen auf ihre Knie, als sie ihn erkennen. Kinder kommen nach draussen und tanzen beim Anblick des Federmannes. Die Männer stehen unsicher und schweigend da. Er weiss, es ist die Feder. Sie beeindruckt seine Artgenossen. Er weiss, er hat die Mach ergriffen.

Jetzt bin ich Jemand

Was ich vergessen habe . . .

Viele, sehr sehr viele Jahre später. Ulrich kommt von seiner Arbeit heim. Heute ist er 29 Jahre alt geworden. Es ist fünf Uhr abends. Das weiss er genau. Er trägt eine Blancpain "Tourbillon Perpetual Calendar".

In der Bank hat er sich seinen Bonus geschnappt, einen Armani-Anzug gekauft und sich einen neuen Haarschnitt machen lassen. Er fährt mit seinen brandneuen Maserati vor die Haustüre. Die Nachbarn hinter den Vorhängen beobachten ihn, wie er aus dem Wagen steigt. Tief beeindruckt. Er ist stolz. Das wird denen Respekt einflössen.

"Jetzt bin ich Jemand"