Winnetou im Bundeshaus
Winnetou, der Indianer-Freund des Gesamtbundesrats schleicht um Peer Steinbrücks Haus. Da, ein Geräusch. Es kommt aus dem offenen Fenster im Parterre. Jemand hustet.
Winnetou entscheidet sich hier einzusteigen, Fury, sein TV-Pferd hat er hinter der Garage versteckt.
Winnetou steht jetzt im Schlafzimmer. Er hört unruhiges atmen. "Das muss ein alter und hässlicher Mann sein", denkt er. Sein Gespür sagt ihm, das da viel Wut im Atemzug steckt und eine beginnende Zahnfäulnis.
Um sicher zu sein, riecht Winnetou an der Bettdecke. Ja, es ist Peer Steinbrück. Er packt ihn an der Gurgel und mit dem Dolch in der Rechten schneidet er ihm das Skalp weg. Fünf Sekunden später galloppiert er davon. Sein Ziel ist das Bundeshaus.
Auf der Autobahn Hamburg-München galoppiert er nach Bern. Am frühen Morgen kommt er an. Fury ist Pflotschnass und fällt tot zu Boden. "Hundefutter", denk Winnetou und eilt zum Sitzungszimmer des Bundesrats.
Alle sind versammelt. Alle Klatschen, als Winnetou eintritt. Dieser zieht seinen Skalp aus dem Hosensack und schmeisst das Ding auf den Sitzungstisch.
Eveline Widmer-Schlump öffnet den Mund. "Chann ich das nach Hause nehmen?" Sie greift sich in die dünne Haarpracht, mine Coiffeuse chan das in mein Haar einarbeiten. Im Moment ist es zu licht".
"Nei, Nei, das nimm ich nach Hause, ruft Ueli. Mein Hund spielt gerne mit altem Spielzeug". Er klopft sich lachend auf den Schenkel.
Pascal steht auf, "Pourquoi pas mois, mit diese Lappen kann isch damit mine Image aufpolieren, gell".
Nun ist der Streit entfacht. Moritz beansprucht das Skalp für sich, "Das muss man recyklen".
"Verdammt nochmals", meint Hans-Rudolf, "denkt niemand an mich?" Er zeigt auf seine Glatze und sagt, "Muss ich noch mehr sagen?"
Haben sie disch auch skalpiert, Hans-Rudolf?", fragt Micheline unschuldig. Alle lachen. Ueli meint, "Das ischt ja sauluschtig im Bundesrat, lasst uns Pizza und Bier bestellen".
"Nei, scho wieder so ein Seich", klagt Moritz, "wänn schon, dann französischer Wein". "Exactement", fällt ihm Couchepin ins Wort.
Jetzt spricht Winnetou. "Hugh, ich bin doch nicht für Nichts nach Hamburg geritten. Mein Arsch tut jetzt noch weh. Reiten auf der Autobahn ist hart, Fury ist kein BMW und ich kann kaum noch stehen. Durst habe ich auch".
"Also doch Bier und Pizza", schreit der Ueli.
Couchepin tritt von hinten auf Winnetou zu und fragt, "Hascht Du armes Indianer denn kein Krankenkasser?" Er zeigt Mitleid und bringt sie auch zum Ausdruck, "Komm, isch desinfisziere die Arschbacke und lege eine Verband an. Musst mir nicht bezahlen".
Doris hat zugehört und meint, "Winnetou, lass mich deine Hand halten, denn das wird höllisch brennen". Winnetou schaut ihr verklärt in die Augen und sagt, "Doris, Du bist Wunderbar, dafür ich lade Dich ein zu mir an den Silbersee, da gebe ich Dir Reitstunden".
"Ja, aber gell, Du bindest mich nicht an den Marterpfahl?", antwortet sie mit zitternder Stimme. "Nein, nein Doris, dafür nehmen wir den Moritz Leuenberger mit seinem Schmerzverzerrten Gesichtt. Der passt perfekt und vermissen wird ihn sowieso niemand".
