" /> Simply-Ideas. Aus New York City, Texte, Geschichten, Erlebnisse, Fotos, Fantasien und anderes: April 2009 Archives

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Ich bin so Uni-Form

Ich stürze mich in den Krieg.
Auf Befehl. Besinnunslos. In Uniform.

Im Plastiksack werde ich heimgeschafft.
In der polierten Holzkiste finde ich neues Heim.
Tränen fliessen und Trost wird verteilt.

Amputierte werden nach Hause geschafft.
Lädierte Seelen auch. Heilmittel löschen ihre Sinne.
Damit wir alle etwas Ruhe haben.

Dann wird gefeiert. Das Ende des Krieges. Jahr für Jahr.
Der Alkohol spült die Erinnerung weg.
Das Festmahl lädt zum schlafen ein.

Untaten leben am besten in der Vergessenheit.

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Ich bin die Hoffnung

Das Kind des Zweifels und der Ängstlichkeit.
Ich lebe in den Köpfen der Menschen
und lasse sie bis zur Erschöpfung warten.

Ich kreiere Hoffnung,
ohne Garantie auf Erfolg.

Ich male schöne Bilder,
die ewig flimmern.

Ohne Ende. Ohne Ende.

Ohne Ende.


Parkieren zeitweise gestattet
Das weisse, fette P im blauen Feld der Parktafel, an der ich vorbeigegangen bin, hat mich auf eine Idee gebracht.

Ein simples Signal, das mir zeigt, wann es mir für eine gewisse Zeit erlaubt ist, zu parkieren und wann nicht.

Meine Idee? Ah ja, hier ist sie.

Der elegante Wagen, unter blühenden Kastanienbäumen wartet auf den Besitzer. Doch der lässt sich nicht blicken. Eine Woche ist vergangen, sein einstmals leuchtendes Blau hat sich dem Strassenstaub ergeben und ist zum matten blau-grau geworden.

Bussenzettel, aus lauter Angst weggeblasen zu werden, klammern sich unter den Scheibenwischern, ohne ihren Auftrag erfüllt zu haben. Die Spatzen, die sich im Blattwerk über dem Wagen tummeln, haben Ihre Spuren auf dem Wagen hinterlassen. Auf seinem Blech sind die Fährten eines Flirts zweier Katzen verewigt.

Was ist geschehen? Das fragt sich ein Anwohner. Er hat den Diebstahl des Rückspiegels entdeckt. Seit dem Tag seines Auftauchens hat er ihn ins Herz geschlossen. Es war Liebe auf den ersten Augenblick.

Jetzt steht es ohne Räder da. Man ruft die Polizei und löst eine Rettungsaktion aus. Man sucht den Besitzer zu finden, was scheitert, weil die Autonummer fehlt. Ein Abschleppwagen bugsiert das traurige Vehikel aus dem Blickfeld der Anwohner. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Wir stellen vieles weg, geben auf und vergessen. Träume, Ideen und Fantasien. Wir verlieren sie aus den Augen und vergessen sie vollends.

Der Schein trügt. Sie sind noch da. Im halbwachen Zustand. Sie stupfen unsere Seele. Sie wollen zum Leben erweckt werden.

Ein Wunsch-Traum

Der Füllfederhalter fährt mit raschen Bewegungen über das Papier. Ohne Halt kommt er an sein Ziel.

Jetzt die Adresse auf das Couvert, die Briefmarke aufgeklebt und auf die Post damit.

Im Büro des Innenministers
Der Brief liegt dort ungeöffnet in einer Schublade. Seit Wochen. Ihm ist eines unklar. "Warum liest mich niemand?".

"Ist meine Botschaft unwichtig?
Ich klage über die Verhältnisse im Land. Dass sich etwas ändern muss. Das Volk leidet, die Mütter klagen, Kinder verelenden und die Männer sind frustriert".

"Was ist das?"
Ein Brief fliegt in die Schublade. Die beiden beginnen eine Diskussion und in kurzer Zeit decken sie ihre Verwandtschaft auf. Gleicher Inhalt, gleiche Klagen, gleiche Forderungen.

Immer mehr Briefe leisten ihnen Gesellschaft.
Jetzt kommt Bewegung in die Gruppe. Es wird anregend diskutiert und entschieden. Das Ziel ist eine Änderung des Zustandes im Land.

Im Gefängnis des fordernden Volkes kann man kaum noch Atmen. Die Luft ist trocken und stickig. Das Dunkel macht sie agressiv. Man verflucht die Politiker. Einer ruft "Schafott".

"Hat jemand ein Streichholz?"

sagt jemand mit kräftiger Stimme. "Ja, hier", einer wirft ihm die Streicholzschachtel zu.

"Eines reicht", sagt er, "kommt machen wir Geschichte". Im gleichen Moment reisst er das Zündholz über die Schachtel.

Die Schlagzeile am Morgen
Parlament ausgebrannt. Politiker verschwunden.

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