Main

Gnadenbringende Weihnachtszeit
Samstag morgen. Es ist kühl. Auf einer Wolldecke, vor dem Whole Food Supermarkt am Union Square, sitzt der rothaarige und traurig wirkende junge Mann. Er zupft den Wollshawl zurecht um seinen Nacken zu schützen. Vor sich auf dem Boden liegen vier Zeichnungen, die er zum Verkauf anbietet.

Obdachlos steht auf seinem Kartonplakat und dass er etwas Geld verdienen möchte um sich ein Frühstück kaufen zu können.

Vor ihm stehen vier Erwachsene in Santa Klaus Kostüm. Einer von ihnen weist den jungen Mann weg. Ohne zu insistieren packt dieser seine Sachen zusammen und geht. Er macht mir einen verlorenen Eindruck.

Jetzt stellen die vier Kläuse ihr Plakat auf und machen sich bereit zum singen. Ich lese "The Salvation Army". Wir geben immer unser Bestes!

Lieber Polizist,

Schweizer Bürger, Familienvater, getaufter Christ und wahrscheinlicher Kirchgänger, eines Tages wirst Du mich, mit Gleichgesinnten, in einem öffentlichen Park antreffen. Wir werden Plakate tragen, welche unsere Vision repräsentiert.

Freiheit-für-Alle.jpg

Du kannst diese Botschaft nicht verstehen. Dein Herz schliesst die Tür, dein Hirn erliegt einem Kurzschluss. Deine Rechte greift den Knüppel und Du schlägst auf uns ein.

Unglücklicherweise, für dich, ist unsere Vision der Traum der Mehrheit. Weltweit.

Öffne dein Herz und brauche dein Hirn, wir nehmen dich so in unserer Mitte auf.


Bussenzettel
Ganesh hat den Parksünder sofort erblickt. Er geht direkt auf den Lieferwagen zu und klopft am Seitenfenster. Ganesh hat seinen Job bei der New Yorker Polizei. Hier muss er die Fehler der Verkehrsteilnehmer sehen, anschliessend Bussen ausschreiben und verteilen.

Damit verdient er sich den Lebensunterhalt für seine kinderreiche Familie.

Bonokai aus Central Afrika öffnet das Wagenfenster und schaut Ganesh fragend an. Den Job als Chauffeur hat er vor drei Wochen erhalten. Mit dem Verdienst ernährt er seine sechskpfige Familie.

Ganesh reicht Bonokai den Bussenzettel. Beide blicken sich in die Augen. Instinktiv erinnern sich beide gleichzeitig an den gleichen Traum von einem besseren Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Wie geht das nur?

Der engagierte Bürger
Pauls Geburt war ein grosses Ereignis. Er wurde fotografiert und mit Komplimenten überhäuft. Die Mutter war überglücklich.

Ihr Traum ist in Erfüllung gegangen. Gott hat ihr ein Sohn geschenkt. Er soll es besser haben als sie. Ingenieur oder Arzt soll er werden und eine Familie gründen.

Jetzt sitzt sie mit weissen Haaren in ihrer armseligen Küche. Vornüber gebeugt, den Kopf in ihre Hände gestützt. "Warum nur Du", seufzt sie.

Der Gefangenentransport erreicht das Stadtgefängnisses. "Schon wieder einer dieser Vagabunden", denkt der Fahrerer, "Der wird lange bleiben.

Paul war ein vielversprechendes Kind. Gut in der Schule, nett zu jedermann. Dann ist er an die falschen geraten. Der Abstieg war vorprogrammiert. Die Delikte nahmen zu. Die Mutter war ahnungslos, bis der Polizeibeamte kam und sagte, "Ihr Sohn ist verhaftet". 

Erst vor dem Jugendrichter sah sie ihn wieder. Das ist viele male passiert. Bis diese lange Haftstrafe verlesen wurde.

Paul hat Richter und Beamte beschäftigt, er hat viele male im Bezirksgefängnis übernachtet, viele Staatsangestellte haben ihre Zeit für ihn hergegeben, der Bewährungshelfer war immer dabei und nicht zuletzt sein Anwalt.

Ein Schar bezahlter Beamten und Berufstätige haben ihr Geld davon verdient. Eine Gruppe wollte ihn ins Gefängnis bringen und die andere Gruppe hat daran gearbeitet ihn wieder raus zu holen oder zu verhindern dass er überhaupt da rein muss.

Das ging mehrere Jahre so. Der Steuerzahler hat über diesen Fall nichts gewusst. Die Ausgaben wurde immer zur derjenigen Summe addiert, die durch ähnliche und andere Geschehnisse gewachsen ist. 

Ein riesiger Aufwand an Zeit und Geld, für einen Menschen, der sein Leben wohl als schwieriger Fall verbringen wird und der die Kosten für sein weiteres Leben ins unendliche wachsen lässt. So geschieht das tagtäglich mit unzähligen und unnötigen Ereignissen in allen Bereichen des Lebens. 

Wir lassen Dinge in's unendliche wachsen, ohne zu wissen, was damit geschehen kann. Beginnt man dort, wo das schlummernde Potential zum möglichen Problem liegt und wo man mit der Angelegenheit beschäftigt ist, könnten wir solches zur Mehrheit verhindern.

Tatsache ist die, uns geht so etwas ja nichts an, soll der Staat sich darum sorgen. Wir zahlen ja Steuern dafür.

Wir bekommen dafür unser Recht, zu fluchen: "Scheisse, wieso müssen wir so viel Steuern bezahlen?".

Das Vermögen des Volkes
"Guten Tag, hier ist UBS, Zürich, Vermögensverwaltung. Wen kann ich am Telefon begrüssen?"

"Ja", sagt die Stimme, "Ich bin Muammar Abu Minyar al-Gaddafi".

"Grüezi Herr Gaddafi, wie kann ich Ihnen helfen?".

"Ich will mein Erspartes überweisen lassen, sofort!", meint die gereizte Stimme.

"Sie meinen das Geld, welches Sie netterweise für ihr Volk auf die Seite gelegt haben?".

"Klar, äh, nein, Ja, sicher, das ist es. Unser Erspartes, Alles!".

"Ihr Erspartes haben wir leider nicht auf unserer Bank", sagt die freundliche Stimme. "Wir haben jedoch das von Ihnen ersparte Vermögen für ihr geliebtes Volk auf einem sicheren Konto".

"Ja, das ist es, es lautet auf meinem Namen, Muammar Abu Minyar al-Gaddafi, Sie kennen mich sicher", meint die Stimme. "Machen Sie es sofort bereit, mein Sohn wird es in Zürich abholen".

"Das ist schon organisiert, Herr, ähm, Entschuldigen Sie mich, ich hab ihren Namen schon vergessen. Die Vertreter ihres Volkes nehmen ihnen diese Arbeit ab, so haben sie keine Umstände damit".

Lachen.jpg

Der Diktator
Die Maschine steht auf dem Rollfeld. Startbereit.

Vom Flughafen Gebäude nähert sich eine Luxuslimousine und steuert direkt auf die Maschine zu. Der Präsident und seine Familie verlassen den Wagen und eilen die Treppe hinauf. Sie tragen Aktenmappen mit sich.

"Ist alles Gold und die Diamanten da?" ruft der Diktator. "Habt ihr eure Pässe?". Seine Augen schauen unsicher zum Gebäude zurück. Er wischt sich die Stirn mit seinem Damast Taschentuch und geht in das Staatsflugzeug, welches ihm das Volk geschenkt hat. Die wissen nichts davon, aber den Präsidenten freut es schelmisch.

Er hat sich angeschnallt und schaut nochmals zum Flughafengebäude, welches einst ihm gehört hatte, wie auch das Land und deren Einwohner, als er eine Masse von Menschen sieht, die in Richtung seiner Maschine stürmt.

Er schreit seinem Piloten zu "Starten, sofort, wir müssen weg". Wie gebannt sieht er die Menge näher kommen, als die Motoren aufheulen und die Maschine sich in Bewegung setzt.

"Dieses dumme Volk", murmelt er, "was denken die sich eigentlich". Er sieht die Masse gefährlich nahe kommen, als es dem Piloten gelingt Geschwindigkeit aufzunehmen.

Er schaut zu seiner Frau hinüber, welche ihren Schmuckkoffer im Schoss trägt.

"Mach dir keine Sorgen Chérie, bald wirst du ihn wieder tragen können". Seine Frau verliert eine kleine Träne und lächelt ihm dann zu.

Währenddessen hat die Maschine von der Piste abgehoben und steigt in die Höhe. Zum letzten mal blickt der Präsident hinunter und schliesst seine Augen nachdem er einen tiefen Atemzug genommen hatte. "Dieses dumme Volk, warum habe ich es so lange ausgehalten".

Zwei Stunden später
"Paris, Paris, bitte kommen", ruft der Pilot in's Bord Mikrofon. "Ja, hier Paris, einen schönen guten morgen, wer ist dran?" Es tritt eine kleine Pause ein, dann antwortet der Pilot, "Präsident Zine El Abidine Ben Ali". Wieder folgt eine kleine Pause, nein es ist ein Schweigen. Totenstille. "Hallo, Paris, Hallo Paris, was ist los?", ruft der Pilot ins Mikrofon. "Wir fragen um Landeerlaubnis".

Schweigen.
Ein Räuspern vom Kontrollturm lässt den Piloten aufhorchen. "Können wir landen? fragt er. Die Stimme vom Turm antwortet mit, "Sorry, keine Landeerlaubnis, fliegen Sie einen anderen Flughafen an".

Der Präsident, der eigentlich keiner mehr ist, schreit in das Cockpit. "Verdammt, wir müssen landen, das Kerosen reicht nur noch für eine Stunde".

Weitere Zeit verstreicht
"Herr Präsident, die Flughäfen verweigern uns die Landung". Ali geht zerknirscht und wütend zurück in die Kabine.

"Das alles habe ich meinem undankbaren und dummen Volk zu verdanken", bemerkt er zu seiner Frau. Er setzt sich neben sie und legt seinen Arm auf ihre Schultern. Ein zufälliger Blick hinaus lässt ihn entsetzt aufspringen.

Sein Pilot fliegt wenige Meter über der Wasseroberfläche um Treibstoff zu sparen.

Der President, oder nennen wir ihn doch einfach Ali, stürmt zurück in's Cockpit und schreit den Pilot an, "Höher steigen, sie Idiot, oder wollen sie abstürzen?".

"Herr Präsident, Sie sind schon abgestürzt, ich suche nur ein unauffindbares Grab für sie".

Ali's Tunesisches Volk hat an diesem Tag die Freiheit gewonnen.

Die Wahrheit gibt es nicht
Deine Idee, dass Du die Wahrheit finden wirst, ist absurd.

Es gibt sie nicht.

Warum?

Weil du nicht weisst, wie sie sich anhört, wie sie aussieht, Du kennst ihren Geruch nicht und weisst nicht wie sie klingt, auch nicht welche Farbe sie hat noch wie sie sich anfühlen wird. Du weisst nicht, was sie in dir auslöst, wenn sie vor dir auftaucht.

Du kannst nur erkennen, was Du schon kennst.

Stimmt doch, oder etwa nicht?

Was Du kennst, ist alte und abgestandene Ware, unbedeutendes Wissen, staubig und nutzlos. Damit drehst Du dich ein Leben lang im Kreis, in deinem Kreis der enger und enger wird und verhindert, dass Du in dir selbst auf die Suche nach dem Leben gehst.

Wahrheit, wie Du sie dir vorstellst, muss schrecklich sein. Starr und unbeweglich. Sie wirkt wie ein Diktator. Ist sie einmal da, verhindert sie dein Wachstum. Sie hindert dich am Leben teil zu nehmen. Sie schreibt dir vor, in jedem Moment, was sie von dir erwartet. Sie kontrolliert dich, damit Du nicht mit einer anderen Wahrheit fremd gehst.

Geschichte der Menschheit
Man sagt Du sollst eine Familie gründen und Kinder haben. Du sollst deine Kinder erziehen und bessere Menschen daraus machen. So dass deren Kinder nochmals bessere Menschen werden.

Und so fort. Und so fort.

Zur Unterstützung hast Du Gott erhalten. Später ist Jesus dazugekommen, dann die Jünger, die Apostel, die Priester und Pfarrer. Um dich wirklich zu beeindrucken hast Du noch den Papst erhalten.

Aus besseren Menschen ist nichts geworden. Dafür sind wir grausame Krieger geworden. Effiziente Mörder. Phantastische Lügner. Geniale Betrüger. Charmante Verführer. Nimmersatte Konsumenten, Langweilige Seelen. Das eigene Opfer und und einmalige Verdränger.

Wohin steuern wir? In die Richtung, wo es am einfachsten ist. Abwärts.

Die Zukunft gibt es nicht

Sie ist keine Realität. Nicht greifbar. Nicht fühlbar. Sie ist nichts.

Die Zukunft erkennen wir erst, wenn sie Vergangenheit geworden ist. Hier macht sie einen biederen Eindruck, weil sie nicht zu dem geworden ist, was wir für sie geplant haben.

Sie lebt als Geschichte weiter. In unseren Köpfen. Als Störfaktor für uns alle, welche sich in der Gegenwart bewegen und täglich an der Zukunft planen.

Kann das jemals gut werden?

Aus der Ewigkeit gefallen

Ich bin unterwegs. Die Landschaft welche an mir vorbeizieht bezaubert meine Sinne.

Düfte, Farben und Formen, die Klänge die ich wahrnehme, diese liebliche Atmosphäre erinnern mich an meine angenehme Stimmung in der ich mich hier seit jeher bewege. Jegliches tun geschieht von Moment zu Moment und alles gelingt mit Leichtigkeit. Liebe ist der Antrieb und Motivation für alle tun. Es lässt mich das Leben erleben und es ständig neu kreieren.

Hier lebe ich in der Gegenwart. Vergangenheit und Zukunft oder Illusion existieren nicht.

Ich bin unterwegs . . .

Ein gewaltiger Ruck lässt mich nach vorne fliegen. Mein Kopf schlägt am Lenkrad auf.

Weiterlesen "" »

Draht Los

Sonja sitzt im Bus. Sie fährt an ihren Arbeitsplatz.
Lebevoll streicht ihre Hand über das neue Mobil-Phone.

Weiterlesen "" »

niemand-liebt-jemand.jpg Liebe transformiert

Hallo Freiheit
Herzlich willkommen zu unserem exklusiven Interview.

Danke.

Du klingst müde. Hast Du die Energie verloren?

Na, Du weisst ja wie hart es ist, sich selber sein zu dürfen.

Weiterlesen "" »

Abschied von Love

Es ist Freitag. Ich bin auf dem Weg zur Latino-Bäckerei an der First Avenue. Die Baguette, welche dort gebacken wird, kann meiner Begierde nicht entgehen. Sie ist die Begleitung für den Salat, welchen ich mir zum Abendessen zubereiten werde.

Weiterlesen "" »

What is Live?

Victor und das Leben.

Weiterlesen "" »

Bewusst Los

Du liegst im Bett
und starrst zur Decke.

Stille weit herum.

Weiterlesen "" »

Ich bin so Uni-Form

Ich stürze mich in den Krieg.
Auf Befehl. Besinnunslos. In Uniform.

Weiterlesen "" »

Ich bin die Hoffnung

Das Kind des Zweifels und der Ängstlichkeit.
Ich lebe in den Köpfen der Menschen
und lasse sie bis zur Erschöpfung warten.

Weiterlesen "" »

Parkieren zeitweise gestattet
Das weisse, fette P im blauen Feld der Parktafel, an der ich vorbeigegangen bin, hat mich auf eine Idee gebracht.

Weiterlesen "" »

Ein Wunsch-Traum

Der Füllfederhalter fährt mit raschen Bewegungen über das Papier. Ohne Halt kommt er an sein Ziel.

Jetzt die Adresse auf das Couvert, die Briefmarke aufgeklebt und auf die Post damit.

Im Büro des Innenministers
Der Brief liegt dort ungeöffnet in einer Schublade. Seit Wochen. Ihm ist eines unklar. "Warum liest mich niemand?".

"Ist meine Botschaft unwichtig?
Ich klage über die Verhältnisse im Land. Dass sich etwas ändern muss. Das Volk leidet, die Mütter klagen, Kinder verelenden und die Männer sind frustriert".

"Was ist das?"
Ein Brief fliegt in die Schublade. Die beiden beginnen eine Diskussion und in kurzer Zeit decken sie ihre Verwandtschaft auf. Gleicher Inhalt, gleiche Klagen, gleiche Forderungen.

Immer mehr Briefe leisten ihnen Gesellschaft.
Jetzt kommt Bewegung in die Gruppe. Es wird anregend diskutiert und entschieden. Das Ziel ist eine Änderung des Zustandes im Land.

Im Gefängnis des fordernden Volkes kann man kaum noch Atmen. Die Luft ist trocken und stickig. Das Dunkel macht sie agressiv. Man verflucht die Politiker. Einer ruft "Schafott".

"Hat jemand ein Streichholz?"

sagt jemand mit kräftiger Stimme. "Ja, hier", einer wirft ihm die Streicholzschachtel zu.

"Eines reicht", sagt er, "kommt machen wir Geschichte". Im gleichen Moment reisst er das Zündholz über die Schachtel.

Die Schlagzeile am Morgen
Parlament ausgebrannt. Politiker auf der Flucht.


Schau wer ich bin
Uuk sitzt auf seinem Lieblingsplatz. Er hat ihn als heranwachsender zum Hochsitz ausgewählt um seine Tagträume geniessen zu können.

Weiterlesen "" »

Imagine
Stell dir vor . . .

. . . es gäbe keine Grenzen,
nichts wofür man Kriege führt,
stell dir vor . . .

Weiterlesen "" »

Der klare Strich des Künstlers

Soll ich die Linie so oder so ziehen?
Verwende ich hier blau oder blau-grün?

Weiterlesen "" »

Die Fehl-Geburt
Ich liege zusammengerollt im Dunkeln
und bin ganz nass.

Weiterlesen "" »

Schon wieder Krieg?

"Hallo, ich bin der President Ihres Landes".

"Guten Tag Herr President, nett dass Sie
ihre Landsleute anrufen".

Weiterlesen "" »

Des Vaterland ruft

Oh Vaterland, Oh Vaterland,
Du rufst mich in den Krieg.

Ich stehe stramm und denke nicht,
dann sag ich ja und gehe hin.

Weiterlesen "" »

Stell dir vor es gibt keine Gesetze

Keine Richter. Keine Polizei.

Du steht an der Kreuzung. Den Fuss auf
dem Gaspedal deines Off-Roaders.

Es ist 11 Uhr nachts.

Weiterlesen "" »