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Parkieren zeitweise gestattet
Das weisse, fette P im blauen Feld der Parktafel, an der ich vorbeigegangen bin, hat mich auf eine Idee gebracht.

Ein simples Signal, das mir zeigt, wann es mir für eine gewisse Zeit erlaubt ist, zu parkieren und wann nicht.

Meine Idee? Ah ja, hier ist sie.

Der elegante Wagen, unter blühenden Kastanienbäumen wartet auf den Besitzer. Doch der lässt sich nicht blicken. Eine Woche ist vergangen, sein einstmals leuchtendes Blau hat sich dem Strassenstaub ergeben und ist zum matten blau-grau geworden.

Bussenzettel, aus lauter Angst weggeblasen zu werden, klammern sich unter den Scheibenwischern, ohne ihren Auftrag erfüllt zu haben. Die Spatzen, die sich im Blattwerk über dem Wagen tummeln, haben Ihre Spuren auf dem Wagen hinterlassen. Auf seinem Blech sind die Fährten eines Flirts zweier Katzen verewigt.

Was ist geschehen? Das fragt sich ein Anwohner. Er hat den Diebstahl des Rückspiegels entdeckt. Seit dem Tag seines Auftauchens hat er ihn ins Herz geschlossen. Es war Liebe auf den ersten Augenblick.

Jetzt steht es ohne Räder da. Man ruft die Polizei und löst eine Rettungsaktion aus. Man sucht den Besitzer zu finden, was scheitert, weil die Autonummer fehlt. Ein Abschleppwagen bugsiert das traurige Vehikel aus dem Blickfeld der Anwohner. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Wir stellen vieles weg, geben auf und vergessen. Träume, Ideen und Fantasien. Wir verlieren sie aus den Augen und vergessen sie vollends.

Der Schein trügt. Sie sind noch da. Im halbwachen Zustand. Sie stupfen unsere Seele. Sie wollen zum Leben erweckt werden.


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