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Gnadenbringende Weihnachtszeit
Samstag morgen. Es ist kühl. Auf einer Wolldecke, vor dem Whole Food Supermarkt am Union Square, sitzt der rothaarige und traurig wirkende junge Mann. Er zupft den Wollshawl zurecht um seinen Nacken zu schützen. Vor sich auf dem Boden liegen vier Zeichnungen, die er zum Verkauf anbietet.

Obdachlos steht auf seinem Kartonplakat und dass er etwas Geld verdienen möchte um sich ein Frühstück kaufen zu können.

Vor ihm stehen vier Erwachsene in Santa Klaus Kostüm. Einer von ihnen weist den jungen Mann weg. Ohne zu insistieren packt dieser seine Sachen zusammen und geht. Er macht mir einen verlorenen Eindruck.

Jetzt stellen die vier Kläuse ihr Plakat auf und machen sich bereit zum singen. Ich lese "The Salvation Army". Wir geben immer unser Bestes!

GeneralEgypt.jpg

Kairo, November der zweiundzwanzigste, 2011

Lieber Polizist,

Schweizer Bürger, Familienvater, getaufter Christ und wahrscheinlicher Kirchgänger, eines Tages wirst Du mich, mit Gleichgesinnten, in einem öffentlichen Park antreffen. Wir werden Plakate tragen, welche unsere Vision repräsentiert.

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Du kannst diese Botschaft nicht verstehen. Dein Herz schliesst die Tür, dein Hirn erliegt einem Kurzschluss. Deine Rechte greift den Knüppel und Du schlägst auf uns ein.

Unglücklicherweise, für dich, ist unsere Vision der Traum der Mehrheit. Weltweit.

Öffne dein Herz und brauche dein Hirn, wir nehmen dich so in unserer Mitte auf.


Bussenzettel

Ganesh hat den Parksünder sofort erblickt. Er geht direkt auf den Lieferwagen zu und klopft am Seitenfenster. Ganesh macht seinen Job bei der New Yorker Polizei. Hier muss er die Fehler der Verkehrsteilnehmer sehen, anschliessend Bussen ausschreiben und verteilen.

Damit verdient er sich den Lebensunterhalt für seine kinderreiche Familie, die im Süden Indiens lebt.

Bonokai aus Central Afrika öffnet das Wagenfenster und schaut Ganesh fragend an. Den Job als Chauffeur hat er vor drei Wochen erhalten. Mit dem Verdienst ernährt er seine sechskpfige Familie.

Ganesh reicht Bonokai den Bussenzettel. Beide blicken sich in die Augen. Instinktiv erinnern sich beide gleichzeitig an den gleichen Traum von einem besseren Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Wie geht das nur?

The four Swiss

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