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Der Diktator
Die Maschine ist Startbereit.

Vom Flughafen Gebäude fährt die Luxuslimousine wartenden Maschine. Der Präsident und seine Familie steigen aus und eilen die Treppe hoch.

"Ist dass Gold und die Diamanten da?" fragt der Diktator. "Eure Pässe?". Seine Augen blicken unsicher zum Gebäude. Er wischt sich die Stirn mit einem Taschentuch und geht zum Sitzplatz im Staatsflugzeug, das ihm das Volk geschenkt hat. Die wissen nichts davon, aber den Präsidenten freut es schelmisch.

Er schnallt sich an und schaut nochmals zum Flughafengebäude, welches bis heute morgen noch ihm gehört hatte, wie auch das Land und seine Bewohner. Jetzt sieht er die Menschenmasse auf seine Maschine zustürmmen.

Er schreit "Starten, sofort, wir müssen weg". Er sieht die Menge näher kommen und hört die Motoren aufheulen. Die Maschine nimmt Geschwindigkeit auf.

"Dieses dumme Volk", murmelt er, "was denken die eigentlich?".

Er sieht seine Frau mit ihren Schmuckkoffer im Schoss.

"Mach dir keine Sorgen Chérie, bald wirst du ihn wieder tragen". Diee verliert eine winzig kleine Träne und lächelt ihm zu.

Die Maschine hat von der Piste abgehoben und steigt in die Höhe. Zum letzten mal blickt der ehemalige Diktator und ungewählter Präsident hinunter, schliesst seine Augen, nimmt einen tiefen Atemzug und denkt, "Dieses dumme Volk, warum habe ich mich dafür geopfert.

Zwei Stunden später
"Paris, Paris, bitte kommen", ruft der Pilot in's Bord Mikrofon. "Ja, hier Paris, einen schönen guten morgen, wer ist dran?" Es tritt eine kleine Pause ein, dann antwortet der Pilot, "Präsident Zine El Abidine Ben Ali". Wieder folgt eine kleine Pause, nein es ist ein Totenstille. "Hallo, Paris, Hallo Paris, was ist los?", ruft der Pilot ins Mikrofon. "Wir fragen um Landeerlaubnis".

Schweigen.
Ein Räuspern vom Kontrollturm lässt den Piloten aufhorchen. "Können wir landen? fragt er. Die Stimme vom Turm antwortet mit, "Sorry, fliegen Sie einen anderen Flughafen an, wir wollen keine Probleme".

Der Präsident, der eigentlich keiner mehr ist, schreit in das Cockpit. "Verdammt, wir landen sie, das Kerosen reicht nur noch für eine Stunde".

Weitere Zeit verstreicht
"Herr Präsident, die Flughäfen verweigern uns die Landung".

"Das habe ich meinem undankbaren und dummen Volk zu verdanken", bemerkt er. Sein zufälliger Blick hinaus lässt ihn aufspringen.

Sein Pilot fliegt wenige Meter über der Wasseroberfläche. Er will Treibstoff sparen.

Der President, oder nennen wir ihn doch einfach Ali, stürmt zurück in's Cockpit und schreit den Pilot an, "Höher steigen, sie Idiot, oder wollen sie abstürzen?".

"Herr Präsident, wir sind schon abgestürzt, ich suche nur noch ein unauffindbares Grab für sie".

Ali's Tunesisches Volk hat an diesem Tag die Freiheit gewonnen.

Freie Wahlen für das Volk
Der erste Diktator hat sein demonstrierendes Volk besiegt.

Am Abend, nach den letzten Schüssen, sitzt er mit seinem General beim Dinner.

"Das war kein leichtes Unterfangen, Herr General. Sie haben für mein Land grossartige Arbeit geleistet. Diese unzufriedenen Menschen wissen ja nicht, wie schwer es ist ein fürsorgender Landesvater zu sein".

Der General kaut gerade an einem Stück grilliertem Lammfleisch und ist glücklich, nicht antworten zu müssen. Er nickt mit dem Kopf und schluckt sein Fleisch herunter.

"Wir werden jetzt Wahlen ansetzen, damit diese Unwissenden mich zu ihren Präsidenten wählen können".

Der General hat sein Besteck in den Teller gelegt, wendet sich zum Diktator hin, schaut ihm ins Gesicht und nimmt einen tiefen Atemzug, "Herr President, es gibt kein Volk mehr, zählen sie die Grabsteine als Stimmen und ihr Volk wird Sie ohne Widerstand wählen".

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The four Swiss

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