« | Main | »

Erinnerung aus der Zukunft
Der Schatten gleitet leichtluftig über die unberührte, grün-blaue Landschaft. Er bewegt sich geruhsam wie ein Wanderer auf dem geliebten Pfad. Sein Schattenflug über die Unebenheiten der Landschaft, macht den Eindruck als tanze er in der Landschaft. Über dem Wasser verzaubern kräuselnden Wellen seine Form in ein anmutiges Flimmern. Das Fahrzeug bewegt sich Richtung Urwald.

Der Kapitän steuert das Raumschiff mit seinem Gedanken. Dessen Boden ist aus Glas gestaltet. Durchsichtig. Möchte man die Landschaft näher betrachten, stellt man sich das so vor und schon ist die Vergrösserung sichtbar. Für den Bewohner aus dem Atomzeitalter braucht das eine Angewöhnungszeit.

Passagiere die zusteigen, begrüssen sich mit freundlichem Gesichtsausdruck. Alle verständigen sich mittels Gedanken. Mit einer Sprache, die nicht aus Worte und Sätze zusammen geklebt sind. Es sind Bilder, unvergleichbar mit jenen aus anderen Welten. Ein Bild beinhaltet mehrere Sätze oder kann eine ganze Geschichte erzählen. Wenn Menschen zusammen sind, gleicht das einem Treffen in einer Kunstgalerie.

Alle sind Gestalter. Diese Art des Austausches kennt keine Langeweile. Sprechen in Bildern ist eine Kunstform und aufregend. Man kreiert aus Freude. Alles kommt unberührt daher und ist erfrischend neu.

Der Kapitän steht der gläsernen Plattform. Zwischendurch schaut er zu seinen Passagieren und tauscht Bilder aus mit ihnen. Was immer Heiterkeit kreiert.

Der Mitreisende, ein geladener Gast aus der Frühzeit, fragt den Kapitän nach etwas essbarem, was Erstaunen auslöst. Mit unterstützung seiner Arme und Hände wird der Wunsch verstanden. Enttäuscht wendet er sich ab, weil sein Appetit nicht gestillt werden kann. Er denkt an eine Rückkehr in die bequeme Frühzeit. Ein Sandwich mit Bier würde mir so gut tun. Niemand kann seine unappetitlichen Gedankebilder verstehen. Glücklicherweise.

Ein Blick auf die Menschen jedoch ändert seine Idee. Etwas hält ihn hier zurück. Die Erlebnisse auf seiner Reise haben ihn mit Friede und Gelassenheit erfüllt

Soll er zurück in das Atomzeitalter, wo man immer alles haben kann? Wo alles mit unberechenbaren Schäden erkauft werden muss. Wo Friede und Harmonie fehlt. Wo Menschen sich nicht vertrauen und einander nicht beistehen?

Dies hier ist erstrebenswert, wenn es auch mit dem Verlust der eigenen, verarmten Sprache verbunden ist und wo man die Vergangenheit unbeachtet lässt. Und wie er selber erfährt, wo Menschlichkeit von Herzen kommt.

Ja, das will er. Er bleibt. Keine Rückkehr im Sinn.

Gut gemacht.

Hinterlasse einen Kommentar

The four Swiss

Neue Einträge

Powered by
Movable Type 6.3.8