« | Main | »

Die neue Welt Un Ordnung

Paul verlässt seine Wohnung wie üblich. Es ist Montag. Geduscht, rasiert und mit der Aktenmappe ist er unterwegs zur Busstation.

Der Gehsteig ist dicht bevölkert. Die Menschen sind guter Laune. Ganz spontan, rein intuitiv, wie aus heiterem Himmel, überreicht Paul seine Aktenmappe einem entgegenkommenden Fussgänger. Ohne zu zögern gibt ihm dieser seine Morgenzeitung. Paul beobachtet, wie alle ihre persönlichen Gegenstände, wie Mobilephone, Ordner, Einkaufstaschen, Regenmäntel oder Regenschirme austauschen und es bei der nächsten Gelegenheit nochmals und nochmals tun. Damit zeigen sie, wie sehr sie den Respekt vom Materialismus verloren haben.

Niemand bemerkt die schwarzen Limousinen, mit den im hinteren Teil des Wagen sitzenden Männer in schwarzen Anzügen, welche tief in ihren Gedanken versunken in ihre Büros gefahren werden.

Deren einziges Ziel ist es, den Befehl einer unbekannten Macht auszuführen, gnadenlos, die gesamte Bevölkerung mittels der Staatspolizei in die Sklaverei zu schicken. So schnell und brutal, dass diese nicht merken, was ihnen geschieht.

Was diese Männer hinter abgedunkelten Wagenfenstern nicht sehen, ist diese intuitive, spontane morgendliche Aktion, welche den Menschen ein untrügliches Gefühl einer Gemeinschaft schenkt. Etwas zuvor nie erfahrenes. Denn bisher wurden sie zu gefühllosen Konkurrenten gemacht. Im Kampf um mehr Lohn, bessere Positionen und höheres Ansehen. Das hat sich über Nacht vollständig aufgelöst. Warum? Wir wissen es noch nicht.

Die Männer in ihren schwarzen Anzügen sind pünktlich in ihren Büros angekommen. Sie starten ihre Computer auf und loggen sich in die geheime Kommandozentrale ein. Damit sind sie im Kontakt mit der Staatspolizei. Noch zwei Minuten dann wird der Befehl ausgegeben. Wird es ihnen gelingen? Das is in den Sternen geschrieben. Wir werden es sicher erfahren.

Mehrere Stunden sind vergangen, seit Beginn dieser wundersamen Aktion. Die Menschen haben den Sinn des Austausches verstanden, ihren Besitz, dieser unnötige Unsinn aus ihrem Alltag zu verabschieden und sich selber als den wahren Sinn des Lebens zu verstehen. Jetzt sitzen sie auf Parkbänken, in Bistros, am Rand des Gehsteiges oder stehen beisammen. Sie diskutieren über ihr unerschöpfliches Potential, welches von der Obrigkeit unterdrückt worden ist. Sie diskutieren über den Frieden und die Harmonie für alle und laden jeden ein, es zu kultivieren.

Zu ihnen haben sich auch unbekannte Männer gesellt. Ohne Uniformjacken, ohne dekorierte Mützen, ohne Patronengürtel und ohne Waffen. Offenes Hemd, ohne Gurt, ohne Armbanduhr. Auffallend ist ihre Freundlichkeit und ihr Entgegenkommen. Niemand fragt wer sie sind. Sie sind willkommen, wie alle anderen ebenso.
Auf einmal sind alle gleich.

Es ist 2016, Januar der erste. Alles liegt von jetzt an in unserer Hand.

Hinterlasse einen Kommentar

The four Swiss

Neue Einträge

Powered by
Movable Type 6.3.7